Trading Indikatoren
Konrad Speckmaier
Aktualisiert: 25.03.2026
Trading Indikatoren lassen sich in Deinem Chart abbilden und sind mathematische Formeln, die anhand von vorherigen Kursdaten Berechnungen erstellen und Dir dann das Ergebnis innerhalb Deines Charts mit Linien, Balken oder weiteren Diagrammen zeigen. Wichtig hierbei ist, diese können die Zukunft nicht voraussagen und sind nie 100 Prozent genau.
Das Gute ist jedoch, Trading Indikatoren können Dir helfen, Dich im Markt besser zurechtzufinden oder auch bei Deiner Trading Entscheidung mit einbezogen werden. Es gibt beispielsweise Indikatoren, die sind gut für Trends geeignet und können diese aufzeigen oder auch bestätigen. Ich zeige Dir hier einmal, wie Du verschiedene Indikatoren einsetzen kannst.
1. Gleitender Durchschnitt
Der gleitende Durchschnitt (Moving Average) ist der bekannteste Indikator von allen. Dieser bildet den Durchschnitt der vorherigen Schlusskurse über einen bestimmten Zeitrahmen, welcher eingestellt werden kann. Oftmals wird der Durchschnitt der letzten 200 Tage genommen. Dieser ist jedoch oftmals für das längerfristige Handeln, für den kürzeren Zeitraum werden oftmals die 20, 30, 38 oder 50 letzten Schlusskurse genutzt. Hier werden oftmals Signale als Kreuzungen genutzt oder bei einem langfristigen Trend das Anlaufen der Durchschnitte gehandelt.
2. RSI Indikator
Der RSI Indikator soll die Stärke einer Bewegung messen und gibt uns vor allem an, wann eine Bewegung übertrieben ist. Hier gibt es eine Skala, wobei der Bereich von 0–30 anzeigt, dass der Markt unterverkauft ist und Werte zwischen 70–100 zeigen einen überkauften Markt. Das Ganze kann dann auch mit weiteren Pattern wie den Candlestick kombiniert werden, um Kauf- oder auch Verkaufschancen zu erhalten.
3. ADX Indikator
Der ADX Indikator zeigt ähnlich wie der RSI Indikator die Stärke an. Nur wird hier die Stärke des Trends angezeigt. Hier gibt es auch eine Skala von 0–100, nur hier heißt es, umso weiter oben der Wert ist, desto stärker ist der Trend. Somit kann mit dem Indikator der Trend bestätigt werden oder es kann bei einem geringen Wert auf eine Trendwende hindeuten. Ein Beispiel hierfür wäre, Du bist aktuell in einem Trade in einem Aufwärtstrend und Du siehst, dass der ADX fällt, könnte das auf eine Korrektur oder auch eine schwächere Bewegung mit einer möglichen Umkehr hindeuten.
4. MACD Indikator
Der MACD Indikator ist gut dafür geeignet, aktuelle Trends zu bestätigen, aber auch mögliche zukünftige Umkehrpunkte zu identifizieren. Dieser Indikator hat zwei Linien, hier gibt es einmal die „MACD-Linie“ und eine „Signal-Linie“. Ein Signal kann sich ergeben, wenn zum Beispiel die MACD-Linie die Signal-Linie von unten nach oben durchkreuzt, dass würde für eine potenzielle Long-Chance sprechen. Das Ganze zählt umgekehrt dann auch für die Short-Seite.
5. Bollinger Bänder
Bollinger Bänder befinden sich wieder im Chart und bestehen aus drei Linien, welche auch Bänder genannt werden. Die mittlere Linie bzw. das Band ist oftmals der 20-Tage-SMA und das obere sowie das untere Band entsteht durch das Addieren oder auch Subtrahieren der zweifachen Standardabweichung. Die Linien repräsentieren die durchschnittlichen Preisbewegungen sowie die Volatilität und auch mögliche überverkaufte oder überkaufte Marktbedingungen. Wenn es im Markt eine höhere Volatilität gibt, sind die Bänder größer und weiter auseinander und bei einer geringeren Volatilität sind sie enger.
6. VWAP
VWAP bedeutet „Volume Weighted Average Price“ oder auch volumengewichteter Durchschnittspreis. Der VWAP berücksichtigt nicht nur den einfachen Durchschnittspreis, sondern berechnet noch das Handelsvolumen jeder Transaktion mit ein. Im Chart heißt das, Preisänderungen mit höherem Volumen einen deutlich größeren Einfluss auf den VWAP haben. Es gibt sehr viele Marktteilnehmer, die auf den VWAP schauen, dieser kann als Unterstützung genutzt werden sowie auch als Widerstand. Jedoch kann dieser auch als Orientierung genutzt werden, da der Kurs oftmals an den VWAP wieder zurückläuft, wenn dieser zuvor „zu weit“ weggelaufen ist.
7. ATR
Dieser Indikator kann uns helfen, die Positionsgröße an die aktuelle Marktlage anzupassen. Hier wird die Volatilität des Marktes berechnet. Es wird zuerst die Handelsspanne des aktuellen Tages in Kombination mit dem Vortag berechnet (True Range). Dieser Wert wird oftmals über die letzten 14 Tage berechnet und dann als Durchschnitt geglättet. Somit ist das ein gutes Tool, um die Stop-Loss-Entfernung zu messen und auch um die Positionsgröße anzupassen. Wenn der Wert des ATR als Beispiel 1,5 ist, kannst Du den Stop-Loss 2 € darunter legen und hättest etwas Puffer.
8. Keltner Channel
Der Keltner Channel ist den Bollinger Bändern sehr ähnlich und basiert auf einem gleitenden Durchschnitt und zwei Bändern. Doch die Berechnung erfolgt hier anders und zwar auf der Average True Range und nicht mit der Standardabweichung. Der Rest ist jedoch bei beiden Indikatoren sehr ähnlich, die Bewegungen werden meist innerhalb dieser Bänder stattfinden. Aus diesem Grund werden diese dann auch als Umkehr- bzw. Einstiegspunkte genutzt.
Trading Indikatoren
Trading-Indikatoren können dazu genutzt werden, Dir in Deinem Trading zu helfen und Dir eine weitere Grundlage für ein mögliches Setup zu geben. Das Ganze entsteht, wie oben beschrieben, mit mathematischen Formeln, die die Kursdaten der Vergangenheit auswerten. Das erfolgt auch meist mit den Schlusskursen. Sehr wichtig ist es aber, dass Du Dich nicht nur auf diese Indikatoren verlässt, sondern diese nur als Zusatz zu Deinem Handel nutzt. Auch wichtig, nutze nicht zu viele Indikatoren in einem Chart, das Ganze kann zu verwirrend wirken.
So nutze ich Indikatoren:
Ich nutze nur sehr wenige Indikatoren für mein Trading. Hier habe ich hin und wieder die gleitenden Durchschnitte in meinem Chart, um einen Trend und auch mögliche Einstiege zu erkennen und darauf reagieren zu können. Als zweites nutze ich auch öfter mal den VWAP für meinen Handel. Das Ganze gibt mir eine gute Orientierung und sollte in der Nähe des VWAP eine mögliche Zone liegen, ist das für mein Handeln und meine Position eine extra Bestätigung.
Wichtig ist: Ich nutze, wenn überhaupt, nur maximal zwei Indikatoren in einem Chart. Oftmals auch gar keine.
Vorteile Trading Indikatoren
Funktioniert in allen Märkten
Wertet komplexe Marktdaten blitzschnell und visuell verständlich aus.
Definieren systematische Setups für den Ein- und Ausstieg
Untermauern deine eigene Chartanalyse mit einem weiteren Datenpunkt.
Erstellung eigener Indikatoren möglich
Nachteile Trading Indikatoren
Nutzen historische Daten und sind „verzögert“
Können auch Fehlsignale liefern
FAQ – Trading Indikatoren
Welcher ist der beste Trading-Indikator?
Den einen „besten“ Trading-Indikator gibt es nicht. Jeder Indikator hat seine eigene Funktion und funktioniert je nach Marktphase unterschiedlich gut.
Viele Trader nutzen einfache Werkzeuge wie gleitende Durchschnitte oder den VWAP, um Trends und mögliche Einstiegsbereiche zu erkennen. Entscheidend ist nicht der Indikator selbst, sondern wie gut du ihn verstehst und konsequent anwendest.
Wie viele Indikatoren sollte ich gleichzeitig nutzen?
In der Praxis gilt: Weniger ist mehr. Zu viele Indikatoren machen den Chart unübersichtlich und können zu widersprüchlichen Signalen führen.
Viele erfolgreiche Trader arbeiten mit maximal ein bis zwei Indikatoren und konzentrieren sich zusätzlich auf Marktstruktur, Trends sowie Unterstützungen und Widerstände.
Welche Arten von Trading-Indikatoren gibt es?
Trading-Indikatoren lassen sich grob in mehrere Kategorien einteilen. Dazu gehören Trendfolge-Indikatoren, Momentum-Indikatoren sowie Volatilitäts-Indikatoren.
Trendfolge-Indikatoren zeigen die Richtung eines Marktes an, Momentum-Indikatoren messen die Stärke einer Bewegung und Volatilitäts-Indikatoren helfen dabei, die Schwankungsbreite des Marktes einzuschätzen.
Wie identifizieren Trendfolge-Indikatoren Trends?
Trendfolge-Indikatoren basieren meist auf vergangenen Kursdaten und glätten diese, um die aktuelle Marktrichtung besser sichtbar zu machen.
Ein klassisches Beispiel sind gleitende Durchschnitte: Liegt der Kurs über dem Durchschnitt, kann das auf einen Aufwärtstrend hindeuten. Liegt er darunter, kann ein Abwärtstrend vorliegen.