Trading Charts
Konrad Speckmaier
Aktualisiert: 05.03.2026
Es gibt viele verschiedene Ansichten von Tradingcharts. Diese stellen jedoch alle Preisbewegungen von an der Börse gehandelten Assets dar und helfen dabei, Preisbereiche wie Unterstützungen und Widerstände herauszuarbeiten. Ich werde Dir hier einmal eine Einführung und ein Grundverständnis für die einzelnen Chartarten mitgeben.
Ich persönlich nutze immer den gleichen Chart und habe mich am Anfang auch erst einmal durchprobiert. Wichtig ist es auch hier, den Grundstock zu verstehen und dann auf diesen aufzubauen.
1. Kerzenchart
Der Kerzenchart wird auch Candlestick Chart genannt und zeigt die Preisbewegungen im Chart anhand von Kerzen wieder. Die Kerzen zeigen Dir den höchsten und den tiefsten Kurs sowie den ersten und auch den letzten Kurs und je nach Zeiteinheit umfasst eine Kerze einen gewissen Zeitraum. Im Bereich der technischen Analyse ist der Kerzenchart einer der am weit verbreiteten Charts und auch ich nutze diesen täglich für mein Trading. Er hilft im kurzfristigen Handel, Preisbewegungen gut zu erkennen und aus einzelnen Kerzen lässt sich einiges herauslesen.
2. Balkenchart
Der Balkenchart sieht dem Kerzenchart sehr ähnlich und ist auch vom Aufbau her ähnlich. Du kannst aus den Balken die Höchst- und Tiefstpreise sowie den Eröffnungs- und Schlusskurs herauslesen. Auf der linken Seite siehst Du den Eröffnungskurs und auf der rechten Seite siehst Du den Schlusskurs. Somit zeigen die Linien, die über diese Bereiche gehen, auf der Oberseite den Höchstkurs an und auf der Unterseite den tiefsten Kurs. Diesen Chart findest Du auch in jeder gängigen Software.
3. Linienchart
Der Linienchart besteht, wie der Name schon sagt, aus einer Linie, die die Preisbewegungen widerspiegelt. Hier werden die Schlusskurse im Chart miteinander verbunden und dadurch entsteht der Chart. Ich persönlich finde den Linienchart etwas unübersichtlicher und ein Nachteil ist, dass er weniger Informationen liefert als der Kerzenchart. Für den ganz langfristigen Trend kann er in meinen Augen jedoch auch genutzt werden, da dieser gut zu erkennen ist.
4. Mountain Chart
Mountain Charts sehen den Liniencharts sehr ähnlich, nur ist der Preisbereich unter der Linie farbig ausgefüllt. Das siehst Du oftmals, wenn Du nach Aktien googelst und auf bestimmte Analyse-Seiten klickst. Der Chart ist gleich aufgebaut wie der Linienchart, das heißt auf Schlusskursbasis und würde sich daher eher für die ganz langfristige Analyse verwenden. Für den kurzfristigen Handel würde ich den Mountain Chart ebenso wie den Linienchart nicht benutzen.
5. Heikin Ashi Chart
Heikin Ashi Charts sehen im ersten Moment einem Kerzenchart sehr ähnlich, jedoch werden hier die Preisbewegungen geglättet widergespiegelt. Es werden hier die Durchschnittskurse aus der aktuellen und der vorherigen Kerze berechnet und somit entsteht der Chart. Es sind also die Durchschnitte von Eröffnungs- und Schlusskurs sowie Höchst- und Tiefstkurs der vergangenen Kerze enthalten.
6. Footprint Chart
Die Footprint Charts zeigen das Volumen, das an einem bestimmten Preisbereich gehandelt wird. Mit diesem sehen wir wichtige Marken, an denen in der Vergangenheit viel Volumen gehandelt wurdeund somit können wir wichtige und markante Zonen finden und uns diese markieren. Es gibt hier auch Unterschiede: Es gibt einmal den Volumen Footprint, Delta Footprint oder auch den Imbalance Footprint.
Der Volumen Footprint zeigt Dir das gesamte gehandelte Volumen auf jedem einzelnen Preislevel innerhalb einer Kerze.
Der Delta Footprint zeigt Dir exakt die Differenz zwischen aggressiven Verkäufern und Käufern auf einem Preislevel. Somit siehst Du schnell, wer hier die „Oberhand“ hat.
Der Imbalance Footprint markiert im Chart, wo ein starkes Ungleichgewicht herrscht und beispielsweise die Käufer viel stärker sind und die Verkäufer überrennen.
Die Footprint Charts sind nicht bei allen Anbietern nutzbar. Hier gibt es Anbieter wie Ninja Trader, ATAS oder auch Sierra Charts, bei denen Du diese nutzen kannst. Das Ganze macht auch erst wirklich viel Sinn im Handel mit Futures.
7. Point and Figure Chart
Hier wird es jetzt spannend. Der Point and Figure Chart besteht aus kleinen X und O, die die reinen Preisbewegungen widerspiegeln. Hier wird die Zeitachse komplett weggelassen und es werden nur grüne X für steigende Kurse und rote O für fallende Kurse in dem Chart gezeichnet, sobald sich der Preis um einen vorher festgelegten Wert bewegt. Ich finde den Chart sehr ungewohnt und ein Nachteil in meinen Augen ist es, dass keine Informationen über die Bewegungen angezeigt werden. In den USA ist der Chart jedoch weiter verbreitet als bei uns.
8. Renko Chart
Beim Renko Chart werden die Kursbewegungen anhand von Blöcken dargestellt. Ein neuer Block im Chart bildet sich nur, wenn der Kurs sich um einen vorher festgelegten Wert bewegt. Hier sehe ich es ähnlich wie bei dem Point and Figure Chart, die kleinen Bewegungen werden uns „verborgen“ und wir können nicht so viele Informationen aus dem Chart lesen wie beispielsweise bei einem Kerzenchart. Die grünen Blöcke im Chart spiegeln Käufer und die roten spiegeln Verkäufer wider.
9. Volume Chart (Darstellung von Handelsvolumen)
Das Tool ist für Fortgeschrittene und besteht aus kleinen Säulen oder Balken, die das reine Handelsvolumen widerspiegeln. Hier werden alle gehandelten Kontrakte oder Aktien innerhalb einer bestimmten Zeiteinheit einfach zusammengezählt und meist unter dem eigentlichen Preisverlauf dargestellt und dadurch entsteht der Chart. Ich persönlich finde den Volumen Chart für sich alleine etwas unvollständig und ein Nachteil ist, dass er uns keine direkten Informationen über die Richtung der Preisbewegung liefert. Ich finde, es ist Good-to-Know, aber nutze ihn selbst nicht.
10.Range Chart
Der Range Chart zeigt nur die reinen Preisbewegungen und das völlig unabhängig von der Zeit. Eine neue Kerze wird erst gebildet, wenn der Kurs eine vorher festgelegte Preisspanne komplett durchlaufen hat. Das Ganze kann helfen, das Marktrauschen zu reduzieren. Jedoch ist es auch hier so, dass nicht alle Preisbewegungen abgebildet werden und dadurch Informationen fehlen, die normalerweise aus einem Kerzenchart ersichtlich wären.
Trading Charts lesen
Ich persönlich suche immer als Erstes nach Trends im Markt und versuche mir hier ein Bild über den Markt zu machen. Wie Du schon gelernt hast, ist die Trendfortsetzung wahrscheinlicher als ein Bruch des Trends. Jeder Charttyp ermöglicht es Dir, einen Trend zu analysieren und auch zu erkennen. In einem Kerzenchart oder einem Heikin Ashi Chart erkennst Du den Aufwärtstrend an grünen Kerzen, die nach oben gehen wie eine Treppe, eigentlich einfach zu sehen, oder?
In einem Linienchart kannst Du den Trend auch erkennen, hier dann durch längere Bewegungen nach oben, sprich eine steigende Linie. Das, was noch wichtig ist, ist, dass Du die Kerzen deuten kannst. Denn es gibt Kerzen, die sprechen für eine Trendumkehr und einige für eine Trendfortsetzung. Hier mal, was an den Kerzen wichtig ist und was Du erkennen kannst.
Zeiteinheiten
Im Trading geht es auch um einen zeitlichen Aspekt und der Kerzenchart zeigt Dir je nach Einstellung eine andere Einheit. Sprich, eine Kerze kann eine Minute sein oder auch eine Stunde. Hier mal eine Liste der üblichsten Zeiteinheiten im Trading.
Im Tick-Chart siehst Du, wie der Name schon sagt, jeden einzelnen Tick. Das heißt, jeder neu gehandelte Kurs wird in einer neuen Kerze gezeigt. Hiervon würde ich Dir am Anfang abraten, da das eine Reizüberflutung ist und für den Anfang zu schnell läuft. Im Intraday-Handel ist der M1, M5 und auch der M15 sehr gängig. Das heißt, eine Kerze bildet die Bewegungen von einer Minute bis zu 15 Minuten ab, je nach Auswahl. Ich persönlich bin meist im M1 oder auch mal im M5 aktiv.
Vor- und Nachteile von Trading Charts
Vorteile von Trading Charts
Wichtige Kursmarken können identifiziert werden
Marktstimmung wird objektiv sichtbar
Einsatz von Indikatoren
Funktioniert in jeder Marktlage
Nachteile von Trading Charts
Risiko von Fehleinschätzungen
Wissen und Erfahrungen ist notwendig
FAQ – Trading Charts
Was versteht man unter Chartanalyse?
Die Chartanalyse ist eine Methode, bei der Trader den Kursverlauf eines Marktes in einem Chart analysieren, um mögliche zukünftige Kursbewegungen besser einschätzen zu können.
Dabei werden unter anderem Trends, Unterstützungen, Widerstände und Chartmuster untersucht. Ziel der Chartanalyse ist es, Bereiche im Markt zu erkennen, in denen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für steigende oder fallende Kurse besteht.
Welche Chartarten gibt es?
In der technischen Analyse gibt es verschiedene Arten von Charts, die den Kursverlauf eines Marktes darstellen. Zu den bekanntesten gehören der Linienchart, der Balkenchart und der Kerzenchart.
Während der Linienchart nur den Schlusskurs zeigt, liefern Balken- und Kerzencharts deutlich mehr Informationen wie Eröffnungs-, Hoch-, Tief- und Schlusskurse innerhalb einer bestimmten Zeitperiode.
Welchen Chart sollte man am besten traden?
Der Kerzenchart – auch Candlestick-Chart genannt – wird von den meisten Tradern verwendet. Er zeigt wichtige Informationen wie Eröffnung, Hoch, Tief und Schlusskurs innerhalb einer bestimmten Zeitperiode.
Durch diese Darstellung lassen sich Marktbewegungen, Trends und mögliche Umkehrpunkte deutlich besser erkennen als in einfacheren Chartarten.
Wie lernt man einen Trading Chart richtig zu lesen?
Um einen Trading Chart richtig lesen zu lernen, sollte man zuerst die Grundlagen verstehen. Dazu gehören Trends, Unterstützungen, Widerstände sowie die Struktur von Kerzen im Chart.
Anschließend ist vor allem Übung entscheidend. Wer regelmäßig Charts analysiert und Marktbewegungen beobachtet, entwickelt mit der Zeit ein besseres Verständnis für typische Marktstrukturen.
Welche Rolle spielen Zeitrahmen in der Chartanalyse?
Zeitrahmen bestimmen, wie detailliert ein Markt betrachtet wird. Ein Chart kann zum Beispiel Minuten-, Stunden-, Tages- oder Wochenbewegungen darstellen.
Viele Trader analysieren zuerst einen größeren Zeitrahmen, um den übergeordneten Trend zu erkennen, und wechseln anschließend in kleinere Zeitrahmen, um präzisere Einstiege zu finden.