Orderarten Trading

autor
Konrad Speckmaier

Aktualisiert: 11.05.2026

Solltest Du etwas an der Börse kaufen oder auch verkaufen, gibst Du eine Order an einen Broker ab, um das umzusetzen. Somit ist eine Order eine Art Anweisung an den Broker, das umzusetzen, was Du machen willst. Es gibt jedoch nicht nur diese zwei Orders, kaufen oder verkaufen, sondern es gibt hier verschiedene Orderarten, die ich Dir im Nachgang gleich zeige.

Die Order, die am bekanntesten ist und die die meisten kennen, ist die Market-Order. Hier wird ein Verkauf oder auch ein Kauf zum aktuellen Kurs ausgeführt. Zu den weiteren Orderarten kommen wir jetzt noch.

1. Market Order

Als Erstes die Market-Order. Hier sagst Du Deinem Broker bzw. gibst ihm die Anweisung, eine Position sofort zu eröffnen oder auch zu schließen. Es gibt auch noch den Begriff „billigst“, so wird eine Kauf-Market-Order bezeichnet und eine Verkaufs-Market-Order kann auch als „bestens“ bezeichnet werden.

Das Ganze funktioniert sehr einfach: Solltest Du auf Kaufen klicken, wird die Order ausgeführt und das Ganze passiert in der Sekunde, in der Du klickst. Du hast hier nur das Risiko, dass Du einen höheren Spread hast und das ist im Trading ein entscheidender Kostenfaktor.

2. Buy Limit Order

Jetzt kommen wir zu weiteren Orders und zwar den Pending Orders oder auch „schwebende Ausführung“ genannt. Diese sind „Anweisungen“, den Kurs zu einem tieferen Preis zu kaufen. Diese Orderart nutze ich gerne, wenn ich an gewissen Zonen kaufen will und auch mal nicht am Rechner sitze. Somit kann ich auch etwas anderes machen und muss nicht die ganze Zeit vorm Rechner sitzen oder auch die Trading-Software offen haben. Einen Stop-Loss stelle ich zuvor natürlich auch ein!

3. Sell Limit Order 

Die Sell Limit Order ist genau das Gegenteil zur Buy Limit Order. Hier will ich an einer Widerstandszone, die über dem aktuellen Preisbereich liegt, verkaufen und setze meine Order in den Markt. Das Ganze kann auch genutzt werden, um eine Gewinnposition zu schließen, sprich den Take-Profit.

4. Buy Stopp Order

Bei der Buy-Stop-Order (oder auch Buy-Stop-Limit-Order oder Buy Stop Order) ist es umgekehrt wie oben, hier will ich zu einem höheren Kurs eine Kaufposition eröffnen. Das wird spannend, sobald ich mich über einem Widerstand einkaufen will und somit auf einen möglichen Ausbruch handle oder einen Momentum-Trade eingehe. Hier kommst Du zu Deinem Preislevel in den möglichen Ausbruch und den Anstieg rein. 

5. Sell Stop Order

Hier ist es wieder umgekehrt wie bei der Buy-Stopp-Order. Hier willst du zu einem tieferen Preis den Markt verkaufen und von einem möglichen Push auf der Unterseite profitieren. Das ganze könnte sich unter einer Unterstützung oder auch bei dem Durchbruch unter eine Trendlinie umgesetzt werden. 

6. Trailing Stop Order

Bei dem Trailing Stop handelt es sich um eine Order, die sich im Chart bewegt, also somit eine dynamische Order, welche als Stop-Order dient. Wenn sich der Kurs in Deine Gewinnrichtung bewegt, bewegt sich die Order in einem vorher eingestellten Abstand mit dem Kurs mit und hilft Dir dabei, Deine Gewinne abzusichern und von weiteren Bewegungen zu profitieren. Sollte der Kurs dann nicht mehr in Deine Richtung laufen, sondern sich etwas gegen Dich bewegen, bewegt sich die Order nicht mehr mit, sondern bleibt auf dem letzten nachgezogenen Punkt.

7. Stop-Loss Order

Das hier ist eine der wichtigsten Orders, da Du mit dieser Order Deine Verluste begrenzt und somit Dein Kapital schützt. Hier legst Du ein Preislevel fest, bei welchem Deine offenen Positionen geschlossen werden und Du somit einen geplanten Wert als Verlust hast. Aber das Ganze kann sich auch ins Positive ziehen. Du kannst die Order auch bei einer offenen Position in den Gewinn ziehen und Dir somit einen positiven Betrag auf dem Konto sichern.

8. Take-Profit Order

Die Take-Profit-Order ist sehr ähnlich wie eine Stop-Loss-Order, nur ist diese der Gegenpart davon. Du legst die Take-Profit-Order oder auch nur Take-Profit genannt an den Punkt im Chart, an dem Du mit einem Gewinn aussteigen willst. Somit weiß der Broker, ab welchem Punkt Du aussteigen willst und schließt die Position. Du kannst dadurch jedoch auch längere Bewegungen verpassen.

9. Bracket Order

Bei der Bracket Order hast Du zwei verschiedene Order-Arten in einem: einmal den Stop-Loss und den Take-Profit. Du nimmst eine Position, die Du kaufen oder auch verkaufen willst und diese wird mit zwei Linien versehen. Gehen wir von einer Kauf-Order aus, dann ist die untere Linie Deine Stop-Loss-Order und somit Dein möglicher Verlust und die obere Order Dein Take-Profit und somit Dein Gewinnziel.

10. Iceberg Order 

Die Iceberg Order ist eine sehr große Summe, welche den Markt und damit auch die Marktteilnehmer beeinflussen könnte und aus diesem Grund wird sie „versteckt“. Wie eben bei einem Eisberg sehen wir nur einen Teil der Order und der Rest ist eben unter Wasser „versteckt“. Die Größe der Order offenbart sich im Orderbuch auch nur schrittweise.

Das Ganze ist für uns als Privatanleger nicht abbildbar, da es sich hier um wirklich sehr große Summen handelt. Es ist für uns auch nicht möglich, die Orders zu erkennen oder auch zu „verfolgen“, dafür fehlen uns die Informationen. Analysten einiger großer Institutionen können das jedoch erkennen.

Vorteile Orderarten im Trading

Kann Emotionen aus der Entscheidungsfindung nehmen

Gutes Risikomanagement möglich

Gewinne werden am Ziel realisiert

Funktioniert in allen Zeiteinheiten und Märkten

Nachteile Orderarten im Trading

Es kann Slippage auftreten und meine Order beeinflussen

Ich kann längere Bewegungen durch einen TP verpassen

FAQ – Orderarten im Trading

Welche Orderarten gibt es?

Im Trading gibt es verschiedene Orderarten, mit denen Trader ihre Käufe und Verkäufe steuern können. Zu den bekanntesten gehören Market Orders, Limit Orders, Stop Orders und Stop-Loss Orders.

Wann nutze ich eine Stop Order und wann eine Limit Order?

Eine Limit Order nutzt man, wenn man nur zu einem bestimmten Preis oder besser kaufen oder verkaufen möchte. Sie eignet sich also, wenn man nicht sofort in den Markt einsteigen will, sondern auf einen bestimmten Kurs wartet.

Eine Stop Order wird dagegen häufig genutzt, wenn ein Kurs erst ein bestimmtes Level erreichen soll, bevor die Order aktiv wird. Das kann zum Beispiel bei Breakouts oder zur Absicherung einer Position sinnvoll sein.

Was ist ein Stop Loss?

Ein Stop Loss ist eine Order, mit der Trader ihr Risiko begrenzen können. Dabei wird vorher ein Kurslevel festgelegt, bei dem die Position automatisch geschlossen wird, wenn sich der Markt gegen den Trade bewegt.

Kann ich Limit Orders auch im Daytrading nutzen?

Ja, Limit Orders können auch im Daytrading genutzt werden. Viele Trader verwenden sie, um gezielt an bestimmten Kursmarken in den Markt einzusteigen oder Gewinne an vorher definierten Zielen mitzunehmen.

Konrad Speckmaier
Konrad Speckmaier
Trading-Experte und Co-Founder von Marathoni
Konrad handelt täglich an der Börse und setzt sich intensiv mit diesem Thema auseinander. Sein Fokus liegt auf dem kurzfristigen Handel, bei dem er eine sehr einfache Strategie verfolgt.
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