Daytrading lernen
Konrad Speckmaier
Aktualisiert: 12.05.2026
Für das Daytrading benötigst Du viel Zeit, um das zu lernen und vor allem eine sehr starke Disziplin, um dauerhaft profitabel zu sein und handeln zu können. Wichtige Punkte, die Du benötigst, sind die Chartanalyse, eine eigene Strategie, emotionale Kontrolle und ein ständiges Weiterentwickeln und Lernen. Wenn Du das machst, wirst Du dauerhaft im Daytrading besser werden und gut darin sein.
1. Die verschiedenen Stile
Es gibt im Daytrading eigentlich drei verschiedene Stile, einmal das Scalptrading, das Intraday-Trading und das „kurzfristige“ Swing Trading. Beim Scalptrading, was auch meinem Handelsstil entspricht, versuche ich im 1- bis 15-Minuten-Chart, mir kleine Bewegungen aus dem Markt zu „schneiden“.
Beim Intraday-Trading halte ich Positionen über wenige Stunden und schließe diese allerspätestens am Abend, bevor die Börsen schließen. Somit habe ich das Übernacht-Risiko nicht und spare mir auch noch Gebühren.

Wichtig:
Alle drei Handelsstile haben Vor- und auch Nachteile, je nach zeitlichem Aufwand und auch persönlicher Risikobereitschaft. Ich würde Dir empfehlen, fange erst einmal in einem größeren Timeframe an und nach einer Zeit im Demokonto kannst Du kleiner werden. Wichtig für den Anfang ist es, erst einmal eine Strategie zu lernen und diese zu meistern und nicht dauernd zu switchen.
2. Daytrading Fachwissen
Im Daytrading ist es so, dass Fachwissen die Basis für ein erfolgreiches Handeln legt und darum kommst Du auch nicht herum. Viele sehen das Daytrading als pures Glück, das jedoch nur, weil das Fachwissen oftmals nicht vorhanden ist. Trading ist ein Zusammenspiel aus Wahrscheinlichkeiten, Wissen und Praxis, die Du super in einem Demokonto sammeln kannst.
Solltest Du das Ganze ohne das nötige Grundwissen versuchen wollen, wirst Du früher oder später Geld verlieren. Das ist wie beim Hausbau, Du benötigst erst ein gutes Fundament. Jede Strategie ist durch viel Analyse, Fachwissen und Praxis entstanden.

Unbedingt beachten:
Fachwissen bekommst Du aus Büchern, Videos und auch dieser Website. Auch auf meinem YouTube-Kanal kannst Du Dir einige Videos zum Thema Börse anschauen und das kostenfrei, wie hier auch.
3. Demokonto
Im Trading ist die Übung noch wichtiger als nur das Wissen. Denn nur weil Du etwas weißt, heißt es auch nicht, dass es gleich funktioniert, es gibt vieles, was sich erst durch Übung entwickelt. Das Ganze kannst Du super in einem Demokonto risikofrei machen.
Bei dem Demokonto hast Du kein Risiko, Geld zu verlieren, weniger emotionalen Druck und auch so viel Zeit, wie Du zum Lernen benötigst. Ich würde hier über einen längeren Zeitraum „trainieren“ bzw. üben und erst wenn Du auf dem Demokonto konstant profitabel bist, in das Echtgeldkonto übergehen. Von dem sofortigen Sprung ins Echtgeld würde ich Dir abraten.

Wichtig für Dich:
Achte bei einem Demokonto darauf, dass es die Live-Märkte abbildet. Ist das der Fall, dann kannst Du hier risikolos üben. Du kannst das Marktverhalten analysieren, Handelsstrategien lernen und anpassen und auch Dich besser kennenlernen sowie Dein Selbstbewusstsein im Trading aufbauen. Wichtig wäre es noch, dass Du hier auch ein Tradingtagebuch führst, aber dazu kommen wir auch noch.
4. Daytrading Plan und die Strategie
Wenn Du die Märkte länger im Demokonto beobachtet und vielleicht auch gehandelt hast, wirst Du wiederholbare Muster feststellen. Um Dir eine eigene Strategie zu erstellen, nutze diese Muster und lege Dir klare Handelsregeln fest, um so ähnliche Einstiege zu haben und die Emotionen zu vermeiden. Wichtig ist es, Deine Regeln sollten nicht gebrochen werden und Du solltest Dich daran halten. Hier mal einige Regeln als Idee.

Gut zu wissen:
Es gibt noch ein paar mehr Fragen, jedoch sind das schon einmal sehr wichtige. Du wirst hier auch keine allgemeine Antwort finden, da jeder Trader eigen und unterschiedlich ist und somit jeder eine individuelle Antwort hat. Du kannst mit Deinen Regeln entweder Deine eigene Strategie entwickeln oder auch eine Strategie an Dich anpassen.
5. Backtesting Deiner Strategie
Wenn Du jetzt eine Strategie gefunden hast mit festen Regeln, dann teste diese in einem Demokonto oder auch in einem Replay-Modus, damit Du auch die realen Marktbedingungen hast. Der Replay-Modus hilft Dir, Kurse schneller zu analysieren und auch Deine Strategie „schneller“ zu testen. Im Demokonto simulierst Du den realen Handel, nur risikofrei.
Punkte, die für Deinen Backtest wichtig sind, wären der Profitfaktor, die Trefferquote, Dein durchschnittlicher Gewinn und Verlust sowie Dein größter Gewinn und Verlust. Auch wichtig sind die Tage und Uhrzeiten sowie die Ein- und Ausstiegspunkte. Hier kannst Du dann anfangen, Anpassungen vorzunehmen und Deine Strategie profitabler zu machen. Das kann oftmals einen sehr entscheidenden Unterschied machen.

Wichtig für mich:
6. Das Tradingtagebuch
Das Tradingtagebuch ist das, was alle profitablen Trader gemeinsam haben. Sie führen es. Das war bei mir nicht anders, durch das Tradingtagebuch habe ich viel gelernt und konnte viel verbessern. Hiermit kannst Du eigene Strategien verbessern, emotionale Trigger erkennen und dadurch Dein Handeln verbessern.
Ich trage in mein Tradingtagebuch jeden Trade ein, oftmals auch mit Bild und mache das sehr ausführlich. Aktuell gehe ich alle zwei Wochen bis einmal im Monat mein Tradingtagebuch durch und versuche Fehler zu finden und diese dann zu verbessern bzw. zu ändern. In meinem Tradingtagebuch habe ich Folgendes stehen:

Das sollte enthalten sein:
7. Einfache Charttechniken
Ich arbeite beim Daytrading mit der technischen Analyse. Ich versuche alles sehr simpel zu halten und denke mir oftmals, Umso „einfacher“ es ist, umso mehr Marktteilnehmer sehen das auch. Somit ist meine Chartanalyse sehr leicht umsetzbar. Bei meinen Setups wirst Du keine fancy Indikatoren sehen, Du wirst höchstens mal einen Moving Average sehen. Ich konzentriere mich auf den Trend, die Price Action / Kerzenmuster und ein gutes Risikomanagement.

Wichtig:
Wenn Du Indikatoren benutzt, verwende nicht zu viele, maximal 2–3, diese reichen vollkommen aus. Allgemein rate ich Dir, Versuche es Dir nicht zu kompliziert zu machen.
8. Der Top-Down-Ansatz
Du hast schon etwas von den verschiedenen Zeiteinheiten gehört und Du solltest auch verschiedene Zeiteinheiten nutzen. Sprich, handelst Du im 1- bis 5-Minuten-Chart, solltest Du nicht nur auf diese Zeiteinheit schauen, sondern auch das „große Bild“ im Blick haben.
Hier kommt jetzt der „Top-Down-Ansatz“ ins Spiel. Hier ist es so, Du analysierst erst die große Zeiteinheit wie den Tageschart und danach den Stundenchart, um dann von dort an weiter nach unten zu gehen. Das hilft Dir einfach dabei, den groben Trend zu erkennen und Du siehst besser, wo sich der Markt aktuell im Chart befindet. Die größeren Zeiteinheiten haben meist mehr Aussagekraft als die kleineren.

Gut zu wissen:
Ich nutze das, wie ich das oben beschrieben habe. Ich starte im Tageschart, gehe dann in den Stundenchart und von dort in den M15, M5 und dann in den M1. Und das ist dann mein Chart, auf dem ich handle.
9. Geduld im Trading
Das größte Problem, das die meisten von der Profitabilität weghält, ist man selbst. Das Wichtigste ist es, Geduld zu haben und auch einen längeren Zeithorizont mitzubringen. Ansonsten werden Dir die Psyche und Dein Unterbewusstsein einen Strich durch die Rechnung machen.
Was ich Dir mitgeben kann, Du wirst nicht in zwei Monaten alles können und ein profitabler Trader sein. Das ist wie eine Ausbildung, die meisten, die ich kenne, haben zwischen zwei und fünf Jahre gebraucht. Und auch hier siehst Du, es ist sehr individuell. Wenn Du Arzt werden willst, dann schaffst Du das auch nicht nach ein paar Monaten. Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst und dann klappt das.

Wichtig:
Nur weil Du vorm Tradingchart sitzt, heißt das auch nicht, dass Du sofort handeln sollst. Wichtig ist es, Geduld zu haben und auf seine Setups zu warten. Das ist im Trading die eigentliche Aufgabe, warten und geduldig sein. Es kann also auch sein, dass Du 40 Minuten wartest, bis Du einen Trade eingehst, der dann nach einigen Minuten fertig ist.
10. Der richtige Broker
Ohne einen Broker kannst Du nicht traden. Dieser stellt Dir den Zugang zu einer Tradingplattform zur Verfügung, auf der Du Deine Trades ausführen kannst. Wichtig ist hier, dass der Broker Deine Assets anbietet und auch gute Bedingungen sowie ein gutes Demokonto hat.
Das Wichtige hier sind geringe Spreads (der Unterschied zwischen dem aktuellen Kurs und Deinem Kaufkurs), die Handelszeiten und eine schnelle sowie zuverlässige Ausführung Deiner Orders. Oftmals ist ein Broker auf eine Assetklasse spezialisiert und die „Nebenbei-Assets“ haben beispielsweise schlechtere Spreads.

Wichtig:
Willst Du einen ähnlichen Handelsansatz verfolgen wie ich, sprich das Scalptrading, bei dem Du von kurzen Kursbewegungen im Markt profitierst, sind die Spreads und eine gute Ausführung extrem wichtig! Handle ich Indizes, bin ich meist auf XTB und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht.
Nicht ohne Stop-Loss
Ohne einen festgelegten Stop-Loss solltest Du keinen Trade eingehen. Der Stop-Loss ist ein Schutzmechanismus für Dein Geld beim Daytrading, hiermit schaffst Du es, Verluste klein zu halten. Solltest Du das nicht machen, ist es sehr wahrscheinlich, dass Du mehr Geld verlierst, als Du an der Börse verdienen wirst, zumindest was das Daytrading betrifft.
Jeder Anfänger macht sich meist Gedanken über den möglichen Gewinn und den Einstieg, jedoch gehört zu jedem Trade auch ein Verlustrisiko. Und das sollte immer bedacht werden und es sollte sich auch immer gefragt werden, Was ist mein möglicher Verlust? Die Verluste gehören zum Traden eben auch dazu.

Mein Vorgehen vor einem Trade
Der Ablauf meiner Tradingsessions
Für mich gibt es am Tag drei Handelsphasen, wobei ich den Fokus auf zwei von diesen richte. Für meinen Handelsstil ist eine große Volatilität (Schwankung) sehr wichtig und aus diesem Grund handle ich dann, wenn die meisten „Profis“ und Institutionellen handeln und viele Orders in den Markt kommen.
Das sind vor allem die Eröffnung und die Schlusszeit im Markt. Hier handle ich am liebsten die Eröffnung im DAX und die Eröffnung der US-Märkte. Aber auch den Schluss der US-Märkte handle ich noch ab und zu.
09:00 – 10:30 Uhr
Hier handle ich aktiv die DAX-Eröffnung.
15:30 – 16:30 Uhr
Hier handle ich die US-Session.
20:30 – 22:00 Uhr
Das ist der Schluss der US-Session, den ich aktiv handle.
Wichtig für Dich zu verstehen, aktiv heißt nicht, dass ich nur Trades eröffne, sondern ich beobachte den Markt aktiv, suche nach Signalen und warte, bis der Markt meine Idee umsetzt. Ich würde sagen, 80 % sitzt man nur vorm Monitor und wartet.
Es gibt noch weitere Zeiten, an denen es interessant ist, am Markt zu sein, das wäre beispielsweise bei News. Hier wären zum Beispiel die NFP-Daten interessant. Wichtig ist, ich bin nicht erst zur Session am Chart, sondern ich bereite die Session vor und das heißt, ich bin meist 20–30 Minuten vorher am Chart.
Mittlerweile gestalte ich die Handelszeiten auch flexibler. Es kann also sein, dass ich schon um 10:00 Uhr mit der DAX-Session und auch schon gegen 16:00 Uhr mit der US-Session fertig bin. Das Wichtigste ist es, den Markt zu lesen und ruhig auf die eigenen Setups zu warten.
Vorteile Daytrading
Höhere Renditen als bei längeren Ansätzen
Keine Haltegebühren
Perfekt für Chartanalysten
Flexible Trades möglich
Schnelle Reaktion auf News möglich
Nachteile Daytrading
Hohe Spreads sind ein No-Go
Du brauchst viel Zeit und Erfahrung
Emotionale Kontrolle ist extrem wichtig
Du musst schnell Entscheidungen treffen
FAQ – Daytrading lernen
Wie kann man Daytrading lernen?
Daytrading lernt man Schritt für Schritt. Am Anfang stehen die Grundlagen: Marktverständnis, Chartanalyse, Orderarten, Risikomanagement und eine klare Trading Strategie. Danach ist vor allem Übung entscheidend.
Ist Daytrading für Anfänger geeignet?
Daytrading kann für Anfänger anspruchsvoll sein, weil Entscheidungen oft schnell getroffen werden müssen und die Märkte kurzfristig stark schwanken können. Deshalb sollten Anfänger zuerst die Grundlagen lernen, mit klaren Regeln arbeiten und mit einem Demokonto starten.
Wie viel Kapital braucht man für Daytrading?
Das benötigte Kapital hängt vom gehandelten Markt, dem Broker und der eigenen Strategie ab. Bei vielen Brokern kannst Du in den meisten Assetklassen bereits mit niedrigen zweistelligen Euro-Beträgen handeln.
Welche Märkte eignen sich für Daytrading?
Für Daytrading eignen sich vor allem Märkte mit hoher Liquidität und Bewegung. Dazu gehören zum Beispiel Indizes wie der DAX oder Nasdaq, Forex, Rohstoffe oder stark gehandelte Aktien.
Was ist beim Daytrading besonders wichtig?
Beim Daytrading sind Disziplin, Risikomanagement und ein klarer Handelsplan besonders wichtig. Ohne feste Regeln werden Entscheidungen schnell emotional getroffen.