Forex Investment

autor
Konrad Speckmaier

Aktualisiert: 06.08.2026

Forex Investment bedeutet im Grunde das Halten von Positionen über mehrere Monate oder Jahre, allerdings im Devisenbereich statt bei Aktien. Dabei investierst Du durch die Währung indirekt in die jeweilige Wirtschaft des Landes. Sinnvoll kann das vor allem für Unternehmen sein. Durch das langfristige Halten von Währungen können hohe Haltegebühren entstehen. Mehr dazu findest Du in diesem Beitrag:

Was bedeutet Forex Investment?

Der Name Forex oder FX kommt von Foreign Exchange. Aus dem Englischen übersetzt bedeutet das, einen Austausch beziehungsweise Wechsel vorzunehmen. Du kannst Dir das so vorstellen: Wenn Du im Urlaub bist und Euro in die jeweilige Landeswährung tauscht, hast Du im Grunde einen Forex-Trade getätigt. Weshalb das Grundprinzip für viele Anleger einfacher zu verstehen ist.

Wenn Du ein Investment tätigst, ist Dein Ziel, langfristig Gewinne aus Kursbewegungen der jeweiligen Währungspaaren zu erzielen. Der Zeitraum eines Investments liegt dabei im Monats- bis Jahresbereich.

Wichtig:

Forex Investments sind für Privatanleger eher nicht zu empfehlen. Dieses Thema ist vielmehr für Institutionen wie Banken, Fonds sowie international tätige Unternehmen sinnvoll.

Wie genau funktioniert das mit dem Forex Investment?

Der Wechselkurs ist dabei die Grundlage, zusätzlich herrscht in der Regel zwischen zwei Währungen ein Ungleichgewicht im Wert. Dieses Ungleichgewicht bildet sich durch den realen Wechselkurs aus. Ein Forex Trade kann auf Basis der Chartanalyse, auf Basis von Zinsunterschieden (Carry Trade) oder auf Basis einer Fundamentalanalyse der Wirtschaften gemacht werden.

Diese sogenannten Carry-Trades lassen sich zum Beispiel im Währungspaar Australischer Dollar gegen den Japanischer Yen umsetzen. Die Idee dabei ist, dass der Yen in der Vergangenheit häufig niedrige Zinsen hatte. Dadurch kann man sich Yen leihen und in höher verzinste Währungen wie den Australischen Dollar tauschen. Die Zinsdifferenz kann also ein möglicher Gewinnfaktor sein, zusätzlich zu einem möglichen Kursanstieg.

8 Begriffe und wichtige Grundlagen

Währungspaar: Das ist die Kombination aus zwei Währungen, die gegenübergestellt werden, wie zum Beispiel EUR/USD für den Euro im Vergleich zum US-Dollar. Die erstgenannte Währung gilt als Basiswährung und die zweite ist die Notierungswährung. Diese zeigt den Wert der Basiswährung an.
Majors & Minors: Man unterscheidet zwischen Hauptwährungen den Majors und anderen Währungspaaren wie den Minors oder Exotics. Während Majors wie EUR/USD sehr bekannt und weniger riskant zu handeln sind, können Minors und Exotics deutlich höhere Risiken wie auch höhere Spreads mit sich bringen.
Pip: Das ist die kleinste Einheit einer Kursänderung im Forex-Handel, typischerweise ist das die 4. Nachkommastelle. Zum besseren Verständnis bedeutet der Wechsel von 1,2000 auf 1,2001 im Währungspaar EUR/USD einen Pip-Anstieg.
Lot: Als Lot bezeichnet man die standardisierte Menge der Währungseinheiten. So entspricht ein Standart-Lot genau 100.000 Einheiten der Basiswährung, wohingegen Mini-Lots 10.000 und Mikro-Lots 1.000 Einheiten entsprechen.
Spreads: Sind bekannt als die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis des jeweiligen Währungspaares. Wenn Du also EUR/USD bei 1,04236 kaufst und bei 1,04240 verkaufst, ist der Spread 0,0004 groß. Dieser Spread ist für Dich ein Kostenpunkt, den Du im Auge behalten solltest.
Margin: Das ist die Sicherheitsleistung, die Du hinterlegen musst, um mit einem Hebel handeln zu können. Dadurch kannst Du mehr Kapital einsetzen. In der EU ist der Hebel für private Trader bei den Hauptwährungspaaren auf maximal 1:30 begrenzt.
Forex-Hedging: ist eine Strategie, bei der Du Gegenpositionen in anderen Währungen aufbaust, um Verluste aus bestehenden Trades auszugleichen. Dadurch kannst Du Verluste begrenzen, gleichzeitig erhöhst Du aber auch das Risiko, weitere Verluste zu machen.
Forex Handelszeiten: Währungspaare kannst Du jederzeit handeln. Doch meine Empfehlung ist, immer zu den Haupthandelszeiten zwischen 8-22 Uhr zu investieren.

5 mögliche Einflussfaktoren im Forex Markt

1. Zentralbanken

Die Höhe der jeweiligen Leitzinsen, die von den internationalen Zentralbanken festgelegt werden, geben Anlegern einen Einblick in die aktuelle Stärke oder Schwäche einer Währung.

Ein weiteres Einflussmittel, das den Zentralbanken zur Verfügung steht, ist die Herausgabe von Staatsanleihen und ähnlichen Wertpapieren. Durch solche Herausgaben erhöhen die Zentralbanken die vorhandene Liquidität oder überbrücken kurzfristige finanzielle Engpässe.

2. Aktuelle Nachrichten

Nachrichten sind ebenso Einflussfaktoren, die Hinweise auf Angebot und Nachfrage einer Währung geben. Positive Meldungen führen oftmals zu einer steigenden Nachfrage nach einer Währung. Mögliche Nachrichten kommen aus dem Finanzsektor, von den Zentralbanken wie auch vom politischen Tagesgeschehen.

3. Marktstimmung

Anleger beeinflussen durch ihre Stimmung ebenso das Marktgeschehen. Bei überraschendem Ausgang nach Wahlen, Naturkatastrophen oder anderen Ereignissen, die außerhalb des gewohnten Tagesgeschehen liegen, hat man besonders starke Reaktionen innerhalb der Marktstimmung.

4. Konjunktur

In den Ländern mit guter Wirtschaftslage und starker Konjunktur wird die Nachfrage nach einer Währung begünstigt. Andersherum wirkt sich eine schlechte Konjunktur negativ auf die Nachfrage aus. Konjunkturberichte erfolgen auf Basis einzelner Monate, Quartale wie auch des kommenden oder vergangenen Kalenderjahres.

5. Inflation und Deflation

Inflation reduziert die Kaufkraft einer Währung und führt zu negativen Auswirkungen auf den Wechselkurs. Eine Deflation ist positiv für eine Währung und erhöht die Kaufkraft und sorgt somit für eine Verbesserung im Wechselkurs.

Kosten eines Forex Investments

Im Grunde gibt es drei Kostenpunkte, auf die Du achten solltest. Das sind Kontoführungsgebühren, Swaps und die Spreads. Wenn die Position über Nacht gehalten wird, werden Dir Swap-Gebühren berechnet. Diese machen den größten Teil der Kosten aus. Solltest Du gehebelte Produkte wie CFDs für ein Forex Investment nutzen, dann ist der Swap wie ein Zins auf das geliehene Geld das Du an Deinen Broker zahlst. Denn durch das geliehene Geld kommt erst der Hebeleffekt zustande. Diese Produkte bergen hohe Risiken, deshalb solltest Du vorsichtig sein.

Auf welche Risiken musst Du dich einstellen bei Forex Trading?

Im Großen und Ganzen bezieht sich das Risiko vor allem auf das allgemeine Verlustrisiko bei jedem einzelnen Trade. Viele Forex-Paare unterliegen einer erhöhten Volatilität. Darauf solltest Du unbedingt achten. Bei den Orderausführungen kann es ebenso zu Ungenauigkeiten kommen, dass nennt man dann Slippage. Risiken kann es ebenso bei politischen Meldungen geben, da diese die Forex-Kurse stark bewegen.

Unbedingt beachten:

Durch gehebelte Positionen entstehen Übernachtgebühren (Swaps), die je nach Zinssatz und Währungszugehörigkeit variieren. Dies sind die Kosten dafür, dass der Broker Dir das Kapital leiht. Deshalb solltest Du Forex Investments lieber ohne Hebel tätigen.

FAQ – Forex Investment

Was ist ein Forex-Investment?

Ein Forex-Investment bedeutet, dass Du Positionen im Devisenmarkt über einen längeren Zeitraum hältst. Dabei spekulierst Du auf die Entwicklung eines Währungspaares.

Was bedeutet Forex?

Forex steht für Foreign Exchange und beschreibt den Handel mit Währungen. Ein einfaches Beispiel ist der Tausch von Euro in eine andere Landeswährung im Urlaub.

Was ist ein Währungspaar?

Ein Währungspaar besteht aus zwei Währungen, zum Beispiel EUR/USD. Die erste Währung ist die Basiswährung, die zweite Währung ist die Notierungswährung.

Welche Faktoren beeinflussen den Forex-Markt?

Wichtige Einflussfaktoren sind Zentralbanken, Leitzinsen, Nachrichten, Marktstimmung, Konjunktur, Inflation und Deflation.

Ist Forex-Investment riskant?

Ja, Forex-Investments sind riskant. Wechselkurse können stark schwanken und bei gehebelten Produkten können Verluste schnell größer werden.

Konrad Speckmaier
Konrad Speckmaier
Trading-Experte und Co-Founder von Marathoni
Konrad handelt täglich an der Börse und setzt sich intensiv mit diesem Thema auseinander. Sein Fokus liegt auf dem kurzfristigen Handel, bei dem er eine sehr einfache Strategie verfolgt.
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