Daytrading Ratschläge

autor
Konrad Speckmaier

Aktualisiert: 04.08.2026

Meine 12 Daytrading Tipps basierend auf über sechs Jahren Praxiserfahrung in der Trading-Bereich. Lies Dir diese Liste genau durch und überlege, welche Tipps Du für Dein Trading übernehmen möchtest, um den maximalen Fortschritt zu machen.

Ratschlag Nr. 1 – Trading Stil beibehalten

Beim Daytrading gibt es 2 verschiedene Trading-Stile zwischen denen man unterscheiden kann. Einmal das Scalping und als zweites das Intraday-Trading. Viele Daytrader führen noch das mehr oder weniger kurzfristige Swing-Trading aus. Ich persönlich schließe meine Positionen am Abend, um das über Nacht mögliche Halterisiko zu vermeiden. Zum Beispiel wegen negativen Nachrichten außerhalb der Börsenzeiten. Darüber hinaus spare ich mir ebenfalls die Overnight-Gebühren bei CFDs.

Praxis-Tipp:

Konzentriere Dich wirklich nur auf einen Stil und versuche ihn mit einer profitablen Strategie richtig in die Praxis umzusetzen. Dieser Prozess dauert 1 bis 3 Jahre. In dieser Zeit solltest Du nicht ständig deinen Trading-Stil ändern, denn sonst dauert das Lernen des Tradings um einiges länger.

Ratschlag Nr. 2 – Gezielt Fachwissen aufbauen

Dein Daytrading sollte auf fundiertem Fachwissen und einer umfangreichen Analysearbeit basieren. Für das nötige Wissen kannst Du meine Ratgeber auf dieser Webseite lesen und zusätzlich Trading Bücher lesen. Auf YouTube gibt es einige sehr gute und informative Videos zum Thema Trading. Konzentriere Dich unbedingt auf die Themenbereiche, in denen du dein Wissen noch ausbauen kannst.

Wichtig:

Diese Begriffe solltest Du auf jeden Fall kennen: Broker, Charttechnik, Derivate, Hebel Trading, Backtesting, Saisonalität, Index-Trading, Sentiment und Risikomanagement.

Ratschlag Nr. 3 – Viel im Demokonto üben

Anstatt sofort mit einem Live-Konto zu starten, ist es sinnvoll, dass Du Dir erst einmal Fachwissen aneignest und eine für dich passende Trading-Strategie findest. Diese übst Du am besten eine längere Zeit im Demokonto. Um Dir das Lehrgeld zu ersparen, das Du bezahlst, wenn Du direkt mit dem Live-Konto startest empfehle ich Dir ein Demokonto zu eröffnen. Fokussiere Dich dabei am besten nur auf einen Chart und eine einzige Strategie.

Praxis-Tipp:

Gerade für Personen, die hobbymäßig an der Börse unterwegs sind, sind Assets wie Aktien, Aktien-CFDs. Forex oder Rohstoffe dagegen sind für Anfänger nicht zu empfehlen. Diese benötigen eine gewisse Menge an Erfahrung.

Ratschlag Nr. 4 – Regeln für Dein Trading festlegen

Für die praktische Umsetzung Deiner Strategie benötigst Du einen durchdachten Trading-Plan und klare Handelsregeln. Sinnvoll ist es in diesem Plan feste Ein- und Ausstiegspunkte, wie auch bei welchen Preisen oder Kursentwicklungen Du Trades eröffnest oder schließt, zu definieren. Im Trading Plan sollte ebenfalls stehen, wann Du auf keinen Fall handelst. Lege diese Regeln so konkret wie möglich fest und gib dabei genaue Kennzahlen an. Sobald das alles steht, heißt es, sich konsequent an seine eigenen Regeln zu halten.

Praxis-Tipp:

Die wichtigsten Parameter für ein erfolgreiches Trading sind Risiko-Management mit Stop-Loss, einem Take-Profit und das Chancen-Risiko-Verhältnis. Dadurch werden Deine Verluste begrenzt.

Ratschlag Nr. 5 – Eigene Strategie entwickeln

Bei der Entwicklung eines Handelsansatzes sind mehrere wichtige Dinge zu beachten. Lege Dir Deine Handelsziele fest – idealerweise so, dass sie spezifisch, messbar, erreichbar, realistisch und zeitgebunden sind. Zusätzlich ist es wichtig, ein gutes Marktverständnis im Asset, auf dem Du handeln willst zu entwickeln. Wichtig dafür ist es, sich historische Daten zu analysieren und sich über die verschiedenen Assets und ihre jeweiligen Eigenschaften zu informieren. Benutze dazu gerne die Replay-Funktion in TradingView.

Praxis-Tipp:

Hast Du eine Strategie und feste Regeln gefunden, solltest Du diese im nächsten Schritt testen. Hierfür bietet es sich an, einen Backtest der vergangenen Jahre durchzuführen, um die Strategie in unterschiedlichen Marktbedingungen zu testen.

Ratschlag Nr. 6 – Strategie Backtests durchführen

Es gibt 2 Möglichkeiten Deine Strategie zu testen: Du könntest diese in einem Demokonto trainieren oder Du nutzt einen Replay-Modus. Beides funktioniert gut. Ein Demokonto ist näher an der Realität, dort kannst Du Deine Strategie auf allen Wertpapieren auch ohne Risiko testen. Dadurch sammelst Du wertvolle Praxiserfahrung. Plattformen wie TradingView lassen Dich im Chart zurückspulen. Stell Dir dabei diese fünf Fragen zu jedem Trade, den Du umsetzt:

Welches Ergebnis hatte der Trade?
Um welche Uhrzeit hast Du den Trade eröffnet?
Welche Entfernung hatte Dein Stop-Loss?
Welche Entfernung hatte Dein Take-Profit?
Welchen Wert hatte Dein Indikator? (dies gilt für Strategien, die auf Indikatoren basieren)

Die Antworten auf diese Fragen helfen Dir, die Profitabilität Deiner Strategie im Nachhinein zu bewerten. Zu den wichtigsten Faktoren gehören der Durchschnittsgewinn und -verlust sowie die Trefferquote. Die genannten Werte gehören zur Kenngröße des sogenannten „Profit-Faktor“. Ist der Profit-Faktor über 1, handelt es sich um eine profitable Strategie. Unter einem Wert von 1 ist die Strategie unprofitabel.

Praxis-Tipp:

Sollte die Strategie nur „fast“ profitabel sein, bietet es sich an, Kleinigkeiten zu verändern und daraus Schlussfolgerungen zu ziehen. Wie zum Beispiel um welche Uhrzeit Deine Trades einen hohen Profit und wann die Trades einen niedrigen Profit abgeworfen haben.

Ratschlag Nr. 7 – Trading Journal führen

Ein Trading-Tagebuch oder Trading Journal ist eine Datei (oder ein handschriftliches Heft), in dem Trader ihre Trades dokumentieren. So ein Journal hilft dabei, Deine Fehler zu entdecken und Deine Strategien zu verbessern. Gehst Du zum Beispiel oft in Trades gegen den Trend ein und sind diese oftmals Verlusttrades, so kannst Du durch das Trading-Tagebuch auf diese Fehler aufmerksam werden und diese verbessern. Im folgenden Bild siehst Du wie so ein Journal aufgebaut sein kann. Wichtig ist dabei, dass Du dieses konsequent jeden Tag pflegst nur so kannst Du Dich verbessern.

Gehandeltes Asset
Stop-Loss Entfernung
Take-Profit Entfernung
Gewinn oder Verlust
Welche Emotionen gefühlt
An den Plan gehalten oder nicht?
Bemerkungen und Notizen
Chartbild für die visuelle Auswertung einfügen

Praxis-Tipp:

Du solltest Dir regelmäßig Reflexionszeiten einplanen. Dadurch kannst Du die vergangenen Wochen am Ende des Monats gedanklich durchgehen und dafür dein Trading-Journal nutzen. Fallen Dir dabei Fehler auf, solltest Du diese in Zukunft vermeiden.

Ratschlag Nr. 8 – Chartanalyse lernen

Wichtig für Daytrader ist die Prognose von Kursbewegungen durch die Chartanalyse. Indikatoren ergeben sich aus der Interpretation von Chartmustern und Trends. Es geht also im Groben darum, Muster im Markt zu erkennen, die einem einen statistischen Vorteil bieten. Vor allem Trends sind für viele Trader der Einstieg ins Daytrading. Aber auch erfahrene Trader setzen stark auf die Trendanalyse.

Praxis Tipp:

Bevor Du ins Daytrading einsteigst, solltest Du Dich mit den bekannten Chartmustern auseinandersetzen und die wichtigsten Muster erkennen. Hast du Interesse an einer Trading-Strategie auf Basis von Indikatoren, dann solltest du darauf achten, nicht zu viele Indikatoren zu benutzen. Ein bis zwei reichen hier völlig aus.

Ratschlag Nr. 9 – Top-Down-Ansatz im Daytrading

Der Top-Down-Ansatz besagt, dass man zuerst in einer größeren Zeiteinheit den Markt analysiert, um daraufhin in den kleineren Zeiteinheiten eine feinere Einschätzung treffen zu können, wie der Chartverlauf auf Basis der größeren Zeiteinheit möglich wäre. Wenn man lange in den kleineren Zeiteinheiten unterwegs ist, verliert man oft das große Bild aus den Augen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Analyse mit dem Tageschart zu beginnen, dann den Stundenchart zu beachten und zum Schluss auf dem 5-Minuten-Chart die Trade-Entscheidungen zu treffen.

Praxis Tipp:

Beginne im Tageschart mit der Analyse gehe danach auf den Stundenchart und letztlich auf den 5-Minutenchart. Versuche die Marktstruktur so gut wie möglich nachzuvollziehen um daraus die besten Setups zu finden.

Ratschlag Nr. 10 – Stop-Loss und Take Profit setzen

Ein Stop-Loss begrenzt Deine Verluste, wenn Du in einem Trade bist, der gegen Dich läuft. Dieser wird automatisch ausgeführt sobald der Markt einen bestimmten Kurswert unterschreitet. Setzt Du auf steigende Kurse, so kommt der Stop-Loss unterhalb deines Einstiegskurses. Bei einem Leerverkauf kommt dieser oberhalb deines Einstiegskurses. Praktisch ist, dass Du in so einem Fall nicht unbedingt auf den Markt schauen musst.

Der Take-Profit ist das genaue Gegenteil zum Stop-Loss, denn beim Take-Profit wird die Position zu einem vorher festgelegten Kurswert im Plus verkauft. Diese beiden Einstellungsmöglichkeiten sind essenziell, um Kapital und Risiko zu verwalten. Wichtig ist für Dich, dass du den Stop-Loss unbedingt jedes Mal fest einstellen solltest, wobei Du den Take-Profit nicht unbedingt immer festlegen musst.

Praxis Tipps:

Keine Strategie zwingt Dich einen Stop-Loss zu benutzen, es ist jedoch ratsam, dass du die Positionsgröße und die Stop-Loss Entfernung so wählst, dass Du maximal 1 % Deines Depots riskierst.

Ratschlag Nr. 11 – Konzentriere dich nur auf einen Markt

Du solltest vorerst nur einen Markt auswählen und diesen ausgiebig testen, denn jeder Markt hat andere Eigenschaften, wie zum Beispiel Regeln, Verhalten und eigene Handelszeiten. Wähle das Asset aus, das am besten zu Dir passt. Solltest Du ein eher ruhiger Typ sein, wäre es nicht sinnvoll einen hochvolatilen Markt zu traden.

S&P500 Index: Das Interesse an bestimmten Bewegungen im S&P500 ist für Banken und Fonds sehr hoch. Aufgrund dessen zeichnet er sich durch ruhige und saubere Verläufe aus. Da Unterstützungszonen und Widerstände oftmals perfekt angelaufen und respektiert werden, eignet sich dieses Asset besonders gut für Anfänger.
DAX40 Index: Der größte deutsche Index ist ebenfalls ein ruhiger Markt, aufgrund der niedrigen Volatilität (Schwankungsbreite). Hier wird nicht so viel Handelsvolumen umgesetzt, deswegen werden Unterstützungs- und Widerstandszonen nicht sauber genug angelaufen.
Nasdaq100 Index: Dieser Index kommt aus den USA und ist sehr technologielastig. Die Bewegungen ähneln sehr dem S&P500, aber der Nasdaq100 legt größere Strecken hin. Das heißt: wenn der S&P 500 1 % im Gewinn/Verlust ist, ist der Nasdaq 100 bestimmt 1,2 % im Gewinn/Verlust. Dieses Asset ist eher etwas für erfahrenere Daytrader.
Bitcoin: Das Krypto Asset ist sehr volatil. Hier sollte auf die Wahl des Brokers geachtet werden, denn im Krypto Bereich sind die Spreads extrem hoch. Dies führt zu hohen Handelskosten, sodass sich Daytrading fast nicht mehr lohnt.
Gold: Das Traden von Rohstoffen ist für erfahrene Trader sehr attraktiv, vor allem wegen der hohen Volatilität. Hier ist ein gutes Risikomanagement essenziell und unbedingt notwendig. Ansonsten drohen, wegen der starken Bewegungen, hohe Verluste.
Aktien: Der Zugang zum Wertpapierhandel ist am geringsten, deswegen sind Aktien sehr gut für Anfänger geeignet. Solltest Du intraday mit Aktien handeln wollen, so ist es sinnvoll auf die sogenannten „BigCaps“ zu setzen. Das sind Aktien mit sehr hohem Börsenwert wie zum Beispiel Tesla, Apple, Microsoft und Nvidia.

Ratschlag Nr. 12 – Plane Deinen Alltag und handle ohne Emotionen

Jeder Trader sollte sich für die Session gut vorbereiten. Dies stellt die Grundlage dar, um flexibel auf schnelle Marktsituationen reagieren zu können. Richte also Deinen Tag nach den jeweiligen Handelsphasen des von Dir gewählten Marktes aus. Sobald Du dann aktiv am PC sitzt, achte darauf, nicht ständig Positionen zu eröffnen, sondern warte geduldig auf klare Signale. Somit verringerst Du die Wahrscheinlichkeit emotionaler Entscheidungen und die so genannten „Revenge-Trades“.

Praxis Tipps:

Sinnvoll ist es, sich vor Beginn der Handelssession an den PC zu setzen und den Markt zu analysieren. Das hilft Dir, Dich mental auf mögliche Szenarien einzustellen und diese dann auch zu traden. Im Trading gilt – Qualität statt Quantität.

Wie schwierig ist das Daytrading?

Umfangreiches Wissen ist notwendig: Für Daytrading sollte man sich Fachwissen aneignen. Du kannst Dein Wissen durch YouTube oder durch meine Beiträge weiter ausbauen. Ein Demokonto hilft Dir erste Strategien im Markt zu testen.
Viel Demo-Trading: Demokonten werden von Brokern angeboten und stellen für Dich eine super Möglichkeit dar, Dich am Markt auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln, um diese dann im Echtgelddepot umzusetzen.
Psychisch herausfordernd: Deine Psyche wird ständig herausgefordert, deswegen ist es umso wichtiger diszipliniert, geduldig und psychische Widerstandskraft aufzubauen. Das lernst Du am besten im Demokonto.
Gute Trading Plattform: Eine gute Plattform bietet Dir professionelle analytische Werkzeuge und Zugriff auf viele Finanzinstrumente. Ein benutzerfreundliches Design ist ebenfalls wichtig, um deine offenen Trades schnell und einfach zu verwalten. Meine Empfehlung für so eine Plattform ist die xStation 5 von XTB.

Daytrading Tipps und Strategien für Anfänger

Trendfolge Strategie: Bei einer Trendfolgestrategie suchst Du nach starken großvolumigen Bewegungen und folgst dem Trend. Das hört sich erst einmal einfach an, aber dazu gehört auch viel Disziplin und ein solides Risikomanagement.
Pullback Daytrading: Hier suchst du einen bestehenden Trend und wartest die kurzfristige Korrektur ab. Sollte die Korrektur starten, bleibst Du geduldig und steigst erst ein, wenn Du ein klares Signal in die Trendrichtung siehst. Dabei gehst du am nächsten Hoch mit Profit raus. Fibonacci-Retracements können Dir Anhaltspunkte für die startende Fortsetzung des Trends geben.

FAQ – Daytrading Ratschläge

Warum sollte man sich auf einen Trading-Stil konzentrieren?

Wenn Du ständig zwischen Scalping, Intraday-Trading und Swing-Trading wechselst, wird es schwer, echte Fortschritte zu machen. Ein klarer Fokus hilft Dir, eine Strategie besser zu verstehen und konsequent umzusetzen.

Warum ist ein Demokonto im Daytrading sinnvoll?

Ein Demokonto hilft Dir, den Markt, Deine Strategie und Dein Risikomanagement ohne echtes Geld zu testen. Dadurch kannst Du Fehler machen, ohne direkt Kapital zu verlieren.

Was bedeutet Top-Down-Analyse im Daytrading?

Bei der Top-Down-Analyse schaust Du zuerst auf größere Zeiteinheiten und wechselst danach in kleinere Zeiteinheiten. So verlierst Du das übergeordnete Marktbild nicht aus den Augen.

Welcher Markt ist für Daytrading-Anfänger geeignet?

Für Anfänger sind ruhigere und liquide Märkte oft besser geeignet. Wichtig ist, dass Du zunächst nur einen Markt auswählst und diesen intensiv beobachtest.

Wie lange dauert es, Daytrading zu lernen?

Daytrading zu lernen dauert oft mehrere Jahre. Entscheidend sind Übung, Disziplin, Backtesting, ein Trading-Journal und konsequentes Risikomanagement.

Konrad Speckmaier
Konrad Speckmaier
Trading-Experte und Co-Founder von Marathoni
Konrad handelt täglich an der Börse und setzt sich intensiv mit diesem Thema auseinander. Sein Fokus liegt auf dem kurzfristigen Handel, bei dem er eine sehr einfache Strategie verfolgt.
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