Aktien Diagramme
Konrad Speckmaier
Aktualisiert: 19.08.2026
Aktiendiagramme zeigen den Kursverlauf einer Aktie optisch dargestellt. Deshalb ist das Ganze für die technische Analyse wichtig, denn ohne diese könnten wir keine sauberen Chartanalysen durchführen. Ich bevorzuge den Kerzenchart, es gibt jedoch auch weitere Varianten wie Liniencharts, Balkendiagramme und Renko-Charts. Im Beitrag zeige ich Dir einmal die verschiedenen Darstellungsvarianten.
Was sind Aktiendiagramme?
Es handelt sich bei den Aktiendiagrammen um eine visuelle Darstellung des Aktienkurses. Dadurch entsteht eine optische Darstellung der Kursschwankungen, die sich an einem Handelstag oder über einen längeren Zeitraum ergeben. Was Du wahrscheinlich schon öfter gehört hast, ist der Begriff „Charts“. Damit sind im Grunde Diagramme gemeint, nur klingt es auf Englisch eben etwas moderner. Somit bilden Aktiendiagramme auch den Grundstein für die Chartanalyse, die ich täglich anwende.

Wichtig:
Spricht man im Trading von Charts, dann sind damit nicht nur Aktien-Charts gemeint, sondern auch weitere Assets, wie Rohstoffe, Devisen und auch Indizes.
5 verschiedene Arten von Aktiendiagrammen
Sobald man sich mit dem Thema Trading befasst, fällt schnell auf, dass es mehr gibt als nur ein Liniendiagramm. Außerdem gibt es verschiedene Aktiendiagramme für unterschiedlichen Situationen. Hier möchte ich Dir die bekanntesten Varianten vorstellen und einordnen.
Kerzendiagramm (Candlestick-Chart)
In dieser Darstellung wird der Kurs, wie der Name schon sagt, in Kerzen und verschiedenen Farben dargestellt. Hier spielen die Farben auch eine wichtige Rolle. Dabei stellen grüne Kerzen steigende Kurse und rote Kerzen fallende Kurse dar. Ein weiteres wichtiges Merkmal sind die Kerzenkörper in Verbindung mit dem Docht. Als Docht wird der Schatten oberhalb des Kerzenkörpers bezeichnet und der Schatten unterhalb wird als Lunte bezeichnet.

Unbedingt beachten:
Der Kerzenchart stellt die Höchst-, Tiefst-, Eröffnungs- und Schlusskurse eines bestimmten Zeitraums grafisch dar. Daraus bilden sich Körper und Schatten.
2. Liniendiagramme
Liniendiagramme sind die einfachste Darstellung eines Aktienkurses. Dabei handelt es sich um einen Chart auf Schlusskursbasis. Diese sind mit einer durchgängigen Linie verbunden, die weder von fallenden noch steigenden Kursen durchbrochen wird. Für kurzfristiges Trading, wie zum Beispiel Daytrading, ist der Linienchart eher weniger interessant. Dagegen eignet er sich gut für langfristige Betrachtungen.

Merke Dir:
Liniendiagramme eignen sich besonders gut für die Darstellung historischer Börsenkurse, insbesondere für langfristige Charts. Ein Vorteil dieser Diagramme ist, dass sie zufällige Schwankungen (Marktrauschen) weitgehend ignorieren.
3. Balkendiagramm
Das Balkendiagramm zeigt mehr Informationen als das Liniendiagramm, da hier Kursbewegungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums dargestellt werden. Die Aktiendiagramme, die auch Bar-Chart genannt werden, stellen den Eröffnungs- und Schlusskurs ebenso wie Kerzentiefs und -hochs dar. Dadurch ähnelt der Balkenchart dem Candlestick-Chart. Allerdings gibt es keinen richtigen Kerzenkörper.

Unbedingt beachten:
Balkendiagramme eignen sich besonders gut für die Darstellung kurzfristiger Charts.
4. Renko-Chart
Renko ist ein Chart, der aus dem japanischen Wort für Ziegelsteine abgeleitet wurde. In diesem Chart spielen weder Zeit noch Volumen eine direkte Rolle. Stattdessen orientiert sich die Darstellung an festgelegten Kursbewegungen. Die Darstellung erfolgt eben über diese kleinen Ziegelsteine, welche einmal in rot fallend und grün steigend gekennzeichnet sind.

Beachte:
Du kannst eine „Ziegelgröße“ festlegen, die die Mindestbewegung angibt, die der Kurs vor der Bildung eines neuen Ziegels zurücklegen muss. Dadurch wird das Marktrauschen effektiv gefiltert.
5. Heikin-Ashi-Chart
Der Heikin-Ashi-Chart kann auch als eine Art „Durchschnitt“ gesehen werden, da hier zwei Candlesticks zu einer neuen Kerze zusammengezogen werden. Die Idee dahinter ist, schnelle Bewegungen aus dem Candlestick-Chart herauszufiltern. Dadurch entsteht ein ruhigerer und glatterer Chartverlauf. Achte mal darauf, wie viele grüne/rote Kerzen in Folge hier kommen:

Beachte:
Der Heikin-Ashi-Chart eignet sich besonders gut für kurzfristiges Trading, beispielsweise am DAX-Index im Minutenchart.
Meine Top 7 Chartformationen in Diagrammen
Chartformationen sind Muster, die aus einem Aktiendiagramm abgelesen werden können. Diese kannst Du für das kurzfristige Handeln ebenso gut nutzen, wie auch für die Betrachtung auf längeren Zeiteinheiten. Bereits aus sehr einfachen Formationen lassen sich mögliche Signale für Trades ableiten. Diese Signale können hilfreich sein, bieten aber wie jede andere Strategie keine 100-%-Trefferquote. Deshalb kommt es hier besonders auf Dein Risikomanagement an.
Bullenflagge
Es gibt auch noch die Bärenflagge, die das Gegenteil der Bullenflagge darstellt. Dies symbolisiert einen bald zu erwartenden steigenden Kurs. Taucht eine Bullenflagge im Chart auf, dann ist das ein Signal für eine mögliche Long-Position. Der Kurs verzeichnet zunächst einen deutlichen Anstieg (Fahnenstange). Anschließend folgt eine leichte Korrektur (= Fahne). Die Flagge gilt als die effektivste Formation zur Trendfolge.

2. SKS-Formation
Bei der Schulter-Kopf-Schulter-Formation handelt es sich um eine Formation, die, wie der Name schon sagt, aussieht wie eine Schulter, ein Kopf und wieder eine Schulter. Diese besteht aus 3 Spitzen, wobei die mittlere die höchste ist. Oftmals ist das ein Anzeichen für den Wechsel eines Trends, beispielsweise von Aufwärts- in den Abwärtstrend. Die Schulter-Kopf-Schulter-Formation gilt als sehr starkes Umkehrmuster.

3. Dreieck
Das Dreieck besteht aus zwei Trendlinien. Eine entsteht durch die Hochs, die andere durch die Tiefs. Oftmals wird das auch als Konsolidierung bezeichnet. Verlässt der Kurs das Dreieck in Trendrichtung, kann daraus ein mögliches Einstiegssignal entstehen. Wie auch hier:

4. M-Pattern / Doppeltop
Das M Pattern kennen viele auch unter dem Begriff Doppeltop. Diese Formation besteht aus zwei gleichwertigen Hochs und hier wird im Diagramm ein Widerstand angedeutet, über den das Wertpapier nicht ausbrechen kann. Das heißt für uns Trader, der Markt wird eher fallen und das wäre eine Chance auf eine Short-Position.

5. Trendkanal
Der Trendkanal besteht aus 2 Trendlinien, die parallel laufen, wobei die eine Linie aus den Hochs und die andere aus den Tiefs gebildet wird. Der Kanal zeigt eine klare Richtung, in die das Diagramm läuft und somit auch eine klare Handelsrichtung.

6. Broadening Pattern
Das Broadening Pattern wird auch als „umgekehrtes Dreieck“ bezeichnet und besteht aus 2 Trendlinien, die sich nicht annähern, sondern auseinanderlaufen. Der Kurs macht zwar höhere Hochs, jedoch auch tiefere Tiefs. Das ist ein Muster, das eine Unsicherheit im Aktiendiagramm aufzeigt.

7. Cup-and-Handle
Die Cup-and-Handle-Formation wird auch als Tassenformation bezeichnet und ist eher selten zu sehen. Diese Formation besteht aus leicht fallenden Kursen, die anschließend wieder in einer runden Form ansteigen. (Tasse) Nach dieser Tasse kommt oftmals ein kleinerer Rücksetzer, der dann die „Handle“ bildet.

Vor- und Nachteile von Aktiendiagrammen
Vorteile von Aktiendiagramme
Die Aktiendiagramme bilden das Fundament für die technische Analyse.
Große Auswahl an Analyse-Tools.
Du kannst Zonen und auch Trendlinien einzeichnen.
Es gibt diverse Arten von Diagrammarten.
Kerzendiagramme sind die am meisten verwendeten Diagramme.
Die farbliche Darstellung erleichtert die Auswertung der Diagramme.
Einige der Diagramme beinhalten mehr Informationen.
Nachteile von Aktiendiagramme
Das Einarbeiten in das Lesen der Diagramme kostet viel Zeit.
Es können Kosten für die Analysetools anfallen.
Nicht alle Diagrammarten sind für das kurzfristige Handeln geeignet.
FAQ – Aktien Diagramm
Was sind Aktiendiagramme?
Aktiendiagramme sind visuelle Darstellungen des Kursverlaufs einer Aktie. Sie zeigen, wie sich der Preis einer Aktie über einen bestimmten Zeitraum entwickelt hat.
Was ist der Unterschied zwischen Aktiendiagramm und Chart?
Im Trading wird oft der Begriff Chart verwendet. Gemeint ist damit im Grunde ein Diagramm, das den Kursverlauf eines Assets darstellt.
Welche Chartformationen gibt es?
Bekannte Chartformationen sind zum Beispiel Bullenflagge, Schulter-Kopf-Schulter-Formation, Dreiecke, Doppeltop, Trendkanal, Broadening Pattern und Cup-and-Handle.
Welche Diagrammart eignet sich für Daytrading?
Für Daytrading wird häufig der Kerzenchart genutzt, weil er viele wichtige Informationen auf einen Blick liefert. Auch Heikin-Ashi- oder Renko-Charts können je nach Strategie interessant sein.