Aktien Hebel

autor
Konrad Speckmaier

Aktualisiert: 01.09.2026

Ein Hebel vergrößert die Position, die Du am Markt bewegst. Somit vergrößert ein Hebel sowohl Deine Gewinne als auch Deine Verluste. Um einen Hebel nutzen zu können, kannst Du Produkte wie CFDs verwenden. Diese bilden den Preis einer Aktie nach. Doch der Hebel vergrößert nicht nur Deine Gewinne, sondern auch Deine Verluste. Genau das beachten viele nicht ausreichend.

Was ist der Hebel bei Aktien?

Ein Hebel ist ein Multiplikator auf Deine eingesetzte Trading-Position. Diesen Hebel findest Du nicht direkt bei der Aktie, sondern bei sogenannten Derivaten, die eine Aktie als Basiswert haben und deren Kursbewegung nachbilden. Sehr bekannte Produkte sind Knock-out-Zertifikate (KOs) oder auch CFDs. Vereinfacht gesagt: Bewegt sich die Aktie um 1 %, bewegt sich der CFD bei einem Hebel von 5 um etwa 5 %.

Wichtig:

Der Hebel entsteht hier, weil Du nur einen kleinen Teil des Aktienkurses hinterlegen musst. Darauf komme ich später noch zurück. Wichtig ist, dass sich das nicht nur auf die Gewinne auswirkt, sondern auch auf die Verluste.

So funktioniert der Hebel im Aktien-Trading

Nehmen wir an, wir nutzen CFDs (Contracts for Difference), dann entsteht der Hebel dadurch, dass Du eine viel größere Position bewegen kannst, als Du eigentlich eingesetzt hast. Möchtest Du beispielsweise eine Aktie handeln, die 200 € kostet, musst Du bei einem Hebelprodukt nur 40 € hinterlegen, bewegst aber trotzdem die vollen 200 €. Das würde einem Hebel von 5 entsprechen. Steigt die Aktie dann von 200 € auf 210 €, so steigt auch der CFD von 40 € auf 50 €. Die Aktie bewegt sich also „nur“ um 5 %, während Deine Position um 25 % steigt.

Aktien-Hebel Rechner

Hebelprodukte im Überblick

Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, eine Aktie mit Hebel zu handeln. Ich habe Dir die gängigen Produkte aufgelistet, mit denen Du sowohl in die Long- als auch in die Short-Richtung handeln kannst.

CFDs: Damit spekulierst Du auf Kursbewegungen eines Basiswerts außerbörslich, wobei Dein Broker als Vertragspartner agiert.
Knock-out-Produkte: Diese haben eine sogenannte „KO-Schwelle“, bei deren Erreichen die Position mit einem Totalverlust beendet wird. Sie bieten zwar die Möglichkeit, Aktien mit einem sehr hohen Hebel zu handeln, allerdings rate ich dringend davon ab, solche hohen Hebel zu nutzen.
Optionsscheine: Im Gegensatz zu anderen Finanzinstrumenten haben Optionsscheine keine Knock-out-Schwelle und können entweder bis zum Laufzeitende ausgeübt oder vorzeitig verkauft werden.
Faktor-Zertifikate: Diese nutzen Hebelwirkung basierend auf dem letzten Schlusskurs, ohne feste Laufzeit und mit Mechanismen zum Schutz vor Totalverlust.

Wichtig:

Für mich haben sich von allen Produkten CFDs als am besten geeignet herauskristallisiert. Diese nutze ich täglich. Optionsscheine und Faktor-Zertifikate sind sehr komplex und vor allem für den Anfang nicht zu empfehlen. Alle hier genannten Produkte haben jedoch ein hohes Risiko.

Risiken von Aktien-Hebeln

Chancen:

Du hast die Chance, auch mit einem kleinen Startkapital in das Aktien-Trading zu starten. In diesem Fall wirkt der Hebel wie ein Positionsvergrößerer, da Du nur einen kleinen Teil des Positionswerts hinterlegen musst. Das bringt Dir auch den Vorteil, in verschiedenen Aktien gleichzeitig aktiv zu sein und mehrere Positionen zu eröffnen. Der weitere Vorteil ist hier, dass Du nicht warten musst, bis Aktien wieder steigen, sondern Du hast auch die Möglichkeit, auf fallende Kurse zu setzen und davon zu profitieren.

Risiken:

Der Hebel ist ein Multiplikator, jedoch nicht nur für die Gewinne, sondern auch für die Verluste. Somit ist das Verlustrisiko extrem hoch und das wird vor allem am Anfang sehr unterschätzt. Achte hier auch darauf, dass Du einen regulierten Broker nutzt, da ein unseriöser Anbieter zusätzliche Risiken mit sich bringen kann.

Du wirst hier nicht schnell reich und das Wichtigste ist, dass Du die Produkte, die Du nutzt, auch verstehst. Bleibe geduldig und halte Dich an Deinen Plan.

Vor- und Nachteile eines Aktien-Hebels

Vorteile

Keine Nachschusspflicht in der EU für Privatanleger

Du kannst Long und Short handeln

Erhöhung Deiner möglichen Rendite

Start mit kleinem Depot möglich

Kursbewegungen haben größere Auswirkungen auf das Depot

Viele Broker bieten das Handeln mit Hebel an

Nachteile

Der Hebel bei Aktien kann zum Totalverlust führen

Je größer der Hebel, desto größer das Risiko

Kein Besitz der Aktien, die man handelt

FAQ – Aktien-Hebel

Was ist ein Aktien-Hebel?

Ein Aktien-Hebel vergrößert die Position, die Du am Markt bewegst. Dadurch wirken sich Kursbewegungen stärker auf Deine Gewinne und Verluste aus.

Wie funktioniert ein Hebel bei Aktien?

Mit einem Hebel musst Du nur einen Teil des Positionswerts hinterlegen, bewegst aber eine größere Position am Markt. Dadurch können Gewinne und Verluste stärker ausfallen.

Was sind CFDs auf Aktien?

CFDs sind Differenzkontrakte, mit denen Du auf die Kursbewegung einer Aktie spekulierst, ohne die Aktie direkt zu besitzen. Dabei kannst Du häufig mit Hebel handeln.

Was ist das größte Risiko beim Aktien-Hebel?

Das größte Risiko ist, dass der Hebel auch Deine Verluste vergrößert. Je höher der Hebel ist, desto schneller kann eine Position stark ins Minus laufen.

Konrad Speckmaier
Konrad Speckmaier
Trading-Experte und Co-Founder von Marathoni
Konrad handelt täglich an der Börse und setzt sich intensiv mit diesem Thema auseinander. Sein Fokus liegt auf dem kurzfristigen Handel, bei dem er eine sehr einfache Strategie verfolgt.
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