Bodenbildung bei Aktien

autor
Konrad Speckmaier

Aktualisiert: 03.09.2026

Bei einer Bodenbildung kann ein Abwärtstrend häufig sein Ende finden. Gleichzeitig kann sie der Startpunkt für einen neuen Aufwärtstrend sein. Diese Formation kann sowohl im Trading als auch im Investieren genutzt werden. Somit kann sich eine stabile Bodenbildung für potenzielle Long-Chancen bei Aktien eignen. Hier mehr dazu:

Was genau ist die Bodenbildung?

Von einer Bodenbildung spricht man, wenn sich ein längerer Abwärtstrend oder starker Abwärtsdruck abschwächt und langsam zu einem Ende kommt. Häufig bewegt sich der Kurs in dieser Phase seitwärts. In diesem Moment ist die Bodenbildung in der technischen Analyse gut zu erkennen. Eine Bodenbildung findet häufig über einen längeren Zeitraum statt. Dabei schwankt der Chart oft zwischen einer Unterstützung und einem Widerstand.

Wichtig:

Dieses Wissen nützt Dir nicht nur bei Aktien etwas, sondern auch bei den anderen Assets. Ebenso ist es in verschiedenen Zeiteinheiten anwendbar, vom Minutenchart bis hin zum Tageschart.

Drei Arten, die Bodenbildung zu erkennen

1. Bodenbildung zwischen Unterstützung und Widerstand

Ein Boden ist oftmals durch die einsetzende Seitwärtsphase zu erkennen. Die seitliche Bewegung im Chart deutet auf eine Veränderung von Angebot und Nachfrage hin. Dadurch werden die günstigeren Kurse für Käufer interessant. Steigt anschließend die Nachfrage, kann auch der Kurs wieder anziehen.

Unbedingt beachten:

Die Seitwärtsphase, auch Range genannt, kann sich über einen längeren Zeitraum erstrecken und erfordert Geduld. Solltest Du diese Range handeln, achte darauf, dass Du unten Long gehst und oben Short.

2. Bodenbildung: Rounding Bottom

Bei dieser Formation ist häufig zu sehen, wie die Käufer stärker werde und der Abwärtstrend an Kraft verliert. Die Formation ist einer Schüsselform sehr ähnlich, die Oberseite wird durch eine Widerstandszone gekennzeichnet und auf der Unterseite formt sich eine Rundung.

3. Bodenbildung: Änderung der Marktstruktur

Ich könnte Dir jetzt noch weitere Formationen wie eine inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation, einen Doppelboden oder ähnliche Muster aufzeigen. Am Ende zeigen viele dieser Formationen jedoch eine ähnliche Veränderung im Markt. Du solltest Dir merken, dass es sich bei einer Bodenbildung um die Änderung der Marktstruktur handelt. Die Marktstruktur ergibt sich aus Verlaufshochs und Verlaufstiefs.

Ein Abwärtstrend zeichnet sich durch eine Reihe niedrigerer Hochs und niedrigerer Tiefs aus. Wenn sich ein Boden gebildet hat, kann sich dieser Trend umkehren. Entstehen anschließend höhere Hochs und höhere Tiefs, kann das auf einen neuen Abwärtstrend hindeuten.

Beachten:

Die Marktstruktur zu verstehen ist ein sehr wichtiges Tool im Trading. Der Vorteil ist: Diese Struktur zu verstehen, ist nicht schwer.

Können Indikatoren helfen, die Bodenbildung zu erkennen?

Bei der Bodenbildung können verschiedene Indikatoren genutzt werden, um Hinweise auf eine mögliche Bodenbildung zu erkennen.

Divergenz Trading für Bodenbildung

Ich nutze selten Indikatoren und wenn, dann nicht, um „hier zu kaufen“, sondern ich nutze diese lieber als Add-on. Ich nutze sie zusätzlich zur Kursbewegung. Bei einer Divergenz kann es zum Beispiel sein, dass der Indikator bereits steigt, während der Kurs noch fällt. Das kann auf eine mögliche Bodenbildung hindeuten.

Beachten:

Divergenz-Trading kann mit Indikatoren wie dem RSI, MACD und Stochastic-Oszillator umgesetzt werden. Ich konzentriere mich dabei auf ein einfaches Kriterium: Höhere Tiefs des Indikators deuten auf Stärke hin.

Wie kann man eine Bodenbildung traden?

Grundsätzlich gibt es zwei Wege, eine Bodenbildung zu traden. Es gibt einmal den riskanteren Weg während der Bodenbildung und einmal den Weg, erst bei Ausbruch aus dem Boden zu handeln. Beide wende ich in der Praxis an.

Long-Einstieg während der Bodenbildung

Sehe ich während des Tradings eine saubere Bodenbildung und gehe davon aus, dass dieser Boden mit hoher Wahrscheinlichkeit hält, steige ich oft bereits während der Bodenbildung ein. Wenn ich davon ausgehe, wieso sollte ich dann auf den Ausbruch warten?

Beachten:

Der Vorteil hier ist der enge Stopp. Und das ist auch sehr wichtig, setze immer einen Stop-Loss, denn es kann immer sein, dass der Boden nicht hält und weiter nach unten durchbricht.

2. Long Trading nach dem Ausbruch

Das ist die „sicherere“ Variante, hier wird auf einen Ausbruch aus dem Boden gewartet. Ist das der Fall, kann hier sofort eingestiegen werden oder noch auf einen Rücksetzer auf das Ausbruchsniveau gewartet werden.

Wichtig:

Den Rücksetzer abzuwarten, kann die Gefahr verringern, in einen Fehlausbruch einzusteigen. Auch hier ist ein Stop-Loss zwingend notwendig wie in jedem Trade.

Warum ist die Bodenbildung auch für Investoren wichtig?

Taucht eine Bodenbildung auf, dann gehe ich davon aus, dass der aktuelle Abwärtstrend endet und es zu einem Aufwärtstrend kommt. Bei einem sehr markanten Boden ergibt sich die Möglichkeit, die Aktie an einem Tiefpunkt zu kaufen und von weiteren steigenden Kursen zu profitieren. Somit kannst Du als Trader oder Anleger einen Vorteil gegenüber Marktteilnehmern haben, die erst später in den Aufwärtstrend einsteigen. Und damit haben wir aus dem Boden auch einen deutlich höheres Gewinnpotenzial.

Vor- und Nachteile einer Bodenbildung beim Aktien-Trading

Vorteile

Erkennen von Trendwechseln

Frühe Einstiege in neuen Trend möglich

Gute Ausstiege für Short-Positionen erkennen

Marktstruktur besser lesen können

Nachteile

Zu früher Einstieg kann zu Verlusten führen

Risikoreich, wenn nicht auf Signale geachtet wird

FAQ – Bodenbildung Aktien

Was ist eine Bodenbildung bei Aktien?

Eine Bodenbildung bei Aktien beschreibt eine Phase, in der ein Abwärtstrend an Stärke verliert und sich der Kurs stabilisiert. Daraus kann später ein neuer Aufwärtstrend entstehen.

Woran erkennt man eine Bodenbildung?

Eine Bodenbildung erkennt man häufig an einer Seitwärtsphase, einer stabilen Unterstützungszone oder einer Veränderung der Marktstruktur. Auch höhere Tiefs können ein erstes Zeichen sein.

Können Indikatoren bei der Bodenbildung helfen?

Ja, Indikatoren können zusätzliche Hinweise liefern. Besonders Divergenzen im RSI, MACD oder Stochastic-Oszillator können auf nachlassenden Verkaufsdruck hindeuten.

Welche Fehler passieren häufig bei Bodenbildungen?

Häufige Fehler sind zu frühe Einstiege, fehlende Bestätigung, kein Stop-Loss oder die Annahme, dass jeder Boden automatisch hält.

Konrad Speckmaier
Konrad Speckmaier
Trading-Experte und Co-Founder von Marathoni
Konrad handelt täglich an der Börse und setzt sich intensiv mit diesem Thema auseinander. Sein Fokus liegt auf dem kurzfristigen Handel, bei dem er eine sehr einfache Strategie verfolgt.
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