PEG-Ratio berechnen
Konrad Speckmaier
Aktualisiert: 01.09.2026
Das PEG Ratio, auch „Price/Earnings to Growth Ratio“ genannt, kombiniert das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) mit dem erwarteten Gewinnwachstum. Damit versucht man, das klassische KGV noch zu verfeinern. Dadurch kann es leichter sein, Wachstumsaktien besser einzuordnen. Dazu hier mehr:
Was ist die PEG-Ratio?
PEG ist die Abkürzung für den englischen Begriff Price/Earnings to Growth Ratio. Auf Deutsch heißt das Ganze Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis. Zur Berechnung benötigen wir zwei Komponenten: das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und das erwartete Gewinnwachstum des Unternehmens, das analysiert wird.

Wichtig:
Der berechnete Wert findet unter anderem in der Fundamentalanalyse von Aktien Anwendung. Besonders bei jungen Unternehmen kann es sinnvoll sein, das KGV um einen weiteren Faktor zu ergänzen.
PEG-Ratio-Rechner
PEG-Ratio Beispielrechnung in zwei Schritten
Bei größeren Unternehmen wie Apple, Meta oder ähnlichen Aktien ist es keine Seltenheit, die PEG-Ratio auf Basis des erwarteten Gewinnwachstums der nächsten fünf Jahre zu betrachten. Es kann auch sein, dass Du einen Zeitraum von 3 Jahren findest. Ich möchte Dir einmal zeigen, wie sich die PEG-Ratio im Detail berechnet.
Berechnung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV)
Die Formel für die Berechnung des KGV sieht wie folgt aus:

Um diese Formel besser zu verstehen, zeige ich Dir ein praktisches Beispiel. Die Aktie eines Unternehmens kostet derzeit 50 € pro Stück und der Gewinn pro Aktie beträgt 5 €. Wenn wir diese Werte in die oben genannte Formel einsetzen, erhalten wir folgende Berechnung:

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis beträgt hier 10 und kann anschließend direkt zur Berechnung des Price/Earnings to Growth Ratio verwendet werden.
2. PEG-Ratio
Wenn der erste Schritt erledigt ist, können wir nun zur PEG-Ratio übergehen und diese berechnen. Dafür nutzen wir die folgende Formel:

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) beträgt 10, berechnet aus einem Aktienpreis von 50 € und einem Gewinn pro Aktie von 5 €. Bei einem erwarteten Gewinnwachstum von 10 % ergibt sich folgende Berechnung:

Die Price/Earnings to Growth Ratio ergibt in diesem Fall einen Wert von genau 1. Auch ungerade Zahlen sind in der Berechnung möglich und liefern dennoch aussagekräftige Ergebnisse.
Unbedingt beachten:
Die Einbeziehung des Gewinnwachstums verändert die Rechnung deutlich. Das PEG Ratio schwankt stark in Relation zum angegebenen Gewinnwachstum. Daher ist es entscheidend, diesen Wert auf Basis möglichst vieler Fakten zu schätzen.
Die Bedeutung der PEG-Ratio
Bewertung von Aktien mithilfe der PEG-Ratio
Um in der Fundamentalanalyse einen ersten Eindruck zu gewinnen, bietet sich die PEG-Ratio mit den Kategorien überbewertet, fair bewertet und unterbewertet als gutes Hilfsmittel an. Jedoch gibt es noch einige „Grauzonen“, die nicht vernachlässigt werden sollten.
Liegt das Ergebnis nur knapp über 1, ist es wichtig, mögliche Abweichungen aufgrund der Gewinnwachstumsschätzung zu berücksichtigen. Hierzu können weitere Finanzkennzahlen hinzugezogen werden, um zusätzliche Hinweise zu erhalten, die für oder gegen einen Kauf sprechen.
Vergleich zweier Aktien:
In diesem Beispiel vergleichen wir zwei Aktien, um zu analysieren, wie sich die Berücksichtigung des Gewinnwachstums auf ihre Bewertung auswirkt.
Unbedingt beachten:
Aktie A weist eine PEG-Ratio von 0,83 auf, was unter 1 liegt und auf eine mögliche Unterbewertung hindeuten kann. Bei Aktie B ist es genau umgekehrt. Hier liegt der Wert bei 1,43 und deutet darauf hin, dass die Aktie im Verhältnis zum erwarteten Wachstum eher teuer bewertet sein könnte.
Die Aussagekraft der PEG-Ratio
Die Aussagekraft des PEG-Ratio ist eingeschränkt und erlaubt nur eine grobe Einordnung in eine der drei Kategorien. Somit kann das Ergebnis eine Aktie grob als überbewertet, fair bewertet oder unterbewertet einordnen. Mehr als diese 3 Aussagen lassen sich über das Wertpapier nicht treffen und die Interpretation kann auch je nach Branche stark variieren.
So kann das Ratio deutlich über 1 liegen, aber für einen Markt, welcher einen schnell wachsenden Sektor hat, als akzeptabel gelten, während das gleiche Ratio in einer anderen Branche als überbewertet gilt. Auch weitere Einflüsse wie die Wachstumserwartungen, Änderungen in der Branche oder Unternehmensergebnisse können das Ratio und die Aussagekraft beeinflussen.
Nur anhand der PEG-Ratio sollte keine Anlageentscheidung getroffen werden. Es sollte auf weitere Bestätigung gewartet werden, um eine deutlich bessere Tendenz zu erhalten.
Vor- und Nachteile der PEG-Ratio
Vorteile
Zukünftiges Gewinnwachstum berücksichtigen
Geeignet für Wachstumsunternehmen
Vergleiche der verschiedenen Unternehmen möglich
Leicht zu berechnen und zu verstehen
Leichte Kategorisierung
Bietet hohes Gewinnpotenzial (aber auch Verlustpotenzial)
Nachteile
Hängt von Gewinnschätzungen ab
Ungenaue Schätzungen verzerren das Ergebnis
Marktbedingungen und Risiko werden ignoriert
Einige Unternehmen legen Prognosen nicht offen
FAQ – PEG-Ratio
Was ist die PEG-Ratio?
Die PEG-Ratio ist eine Finanzkennzahl, die das Kurs-Gewinn-Verhältnis mit dem erwarteten Gewinnwachstum eines Unternehmens kombiniert.
Warum ist die PEG-Ratio bei Wachstumsaktien interessant?
Bei Wachstumsaktien reicht das klassische KGV oft nicht aus, weil diese Unternehmen häufig hohe Wachstumserwartungen haben. Die PEG-Ratio berücksichtigt zusätzlich das erwartete Gewinnwachstum.
Sollte man nur anhand der PEG-Ratio investieren?
Nein, die PEG-Ratio sollte nie allein genutzt werden. Sie ist nur eine Kennzahl und sollte immer mit weiteren Finanzkennzahlen, Branchenvergleichen und einer umfassenden Analyse kombiniert werden.
Kann man mit der PEG-Ratio Aktien vergleichen?
Ja, die PEG-Ratio kann helfen, verschiedene Aktien miteinander zu vergleichen. Besonders sinnvoll ist das bei Unternehmen aus ähnlichen Branchen.