Trading Begriffe für Anfänger

autor
Konrad Speckmaier

Aktualisiert: 04.06.2026

Es gibt im Trading ein paar Begriffe, die Du gehört haben solltest und diese will ich Dir gleich mal erklären. Keine Sorge, das wird nicht nur Text, ich zeige Dir auch mit Beispielen, was damit gemeint ist. Die Begriffe wirst Du im Trading-Umfeld immer wieder hören und auch hier in weiteren Artikeln immer wieder lesen, deshalb ist das so eine Art Begriffe-ABC.

1. Long und Short Positionen

Das sind die beiden Begriffe für Kaufen und Verkaufen im Trading. Gehst Du „Long“, heißt das, Du kaufst und setzt darauf, dass der Kurs steigt und Du davon profitierst. Setzt Du darauf, dass der Kurs weiter fällt, heißt das „Short“. Es ist anfangs oftmals etwas komisch, Kurse zu verkaufen, aber wichtig ist immer ein Stop-Loss.

Gut zu wissen:

Du kannst nicht überall Short handeln, dafür brauchst Du spezielle Finanzprodukte wie CFD’s. Long kannst Du überall handeln.

2. Bid und Ask

Der Bid-Kurs ist der höchste Kaufpreis, den ein Käufer bereit ist zu zahlen. Der Verkäufer möchte jedoch zum Ask-Kurs verkaufen. Sprich, Du musst für den Kauf bzw. den Verkauf immer das Gegenteil nutzen.

Info:

Was Du oft im Zusammenhang mit diesen Begriffen hören wirst, ist der „Spread“. Das ist die Differenz zwischen den beiden und ein Kostenfaktor im Trading. Umso geringer dieser ist, umso besser.

3. Technische Analyse

Die technische Analyse ist auch unter dem Begriff Charttechnik bekannt und hier werden die Preisbewegungen im Chart beobachtet und es wird mit den Daten aus der Vergangenheit versucht, Hinweise abzuleiten, in welche Richtung der Markt laufen könnte. Das Ganze hängt sehr stark mit Wahrscheinlichkeiten zusammen, aber keine Sorge, Du musst nicht gut im Berechnen davon sein.

Gut zu wissen:

Ein Tipp, den ich Dir hier geben kann. Halte es immer so simpel wie möglich. Schaue auf Trends und auf Zonen, damit solltest Du für den Anfang gut fahren.

4. Indikatoren im Trading

Indikatoren sind typischerweise Auswertungen der Schlusskurse der vergangenen Kerzen, die einen Hinweis über weitere Bewegungen geben können. Wichtig ist auch hier, dass das auf Wahrscheinlichkeiten basiert. Bekannt sind die Moving Averages (gleitende Durchschnitte), RSI und MACD.

Wichtig:

Nimm Dir nicht zu viele Indikatoren in Deinen Chart und versuche, ihn so übersichtlich wie möglich zu halten. Maximal würde ich 2–3 Indikatoren im Chart haben.

5. Fundamentale Analyse

Die fundamentale Analyse ist der Blick auf die Wirtschaft und die verschiedenen Kennzahlen wie den Umsatz oder auch das EBITDA. Somit setzt sich das Ganze von der technischen Analyse ab. Hier wird kein Chart betrachtet, sondern das Unternehmen, die wirtschaftliche Situation, die Branche und Entscheidungen von Politikern oder auch neue Gesetze, die das Unternehmen beeinflussen könnten.

Tipp:

Im kurzfristigen Bereich würde ich jedoch immer auf die technische Analyse setzen. Für langfristige Investments kannst Du dann auch die fundamentale Analyse nutzen.

6. Trading Charts

In den Trading Charts findest Du die Preisbewegungen des jeweiligen Assets und diese können dann analysiert werden. Der meistgenutzte Charttyp ist ein Kerzenchart, welcher auf einer Achse die Preise und auf der anderen die Zeit darstellt.

Tipp:

 Mir persönlich geht es auch so, dass ich den Kerzenchart nutze, da ich diesen am übersichtlichsten finde und Du viel aus Kerzen „lesen“ kannst.

7. Pip

Der Begriff Pip kommt vor allem im Handel mit Devisen vor. Dieser beschreibt die kleinstmögliche Einheit der Preisänderung an der vierten Nachkommastelle. Die einzige Ausnahme sind die Währungspaare rund um den japanischen Yen.

Wichtig zu wissen:

Du wirst bei CFD-Brokern oftmals die Positionsgröße anhand von „Euro pro Pip“ festlegen müssen. Aus diesem Grund ist es wichtig, zu wissen, was das ist.

8. Die Ordergröße: Lot

Bei dem Begriff Lot handelt es sich um eine Standard-Maßeinheit, die auf einer Basiswährung oftmals mit 100.000 Einheiten definiert ist. Bleiben wir gleich bei Forex (Devisenmärkten), dann wäre 1 Lot bspw. 100.000 Euro wert (im EUR/USD).

Tipp:

Das Ganze ist im CFD-Bereich sehr stark vertreten. Du kannst Dir auch einfach vorstellen, dass Du einstellen kannst, wie viele Aktien Du kaufen willst.

9. Order und Orderarten

Die Order ist das, womit wir eine Position eröffnen und auch wieder schließen. Somit ist die Order eine Art Anweisung an den Broker, was wir machen wollen und dieser setzt das dann um. Es gibt einige Orders. Zur Eröffnung unseres Trades benötigen wir eine Market- oder Limit-Order. Zum Schließen der Position wird es meist eine Stop-Loss- oder auch Take-Profit-Order.

Wichtig:

Das Allerwichtigste ist, dass Du immer einen Stop-Loss hast. Dieser begrenzt Deinen Verlust und schützt somit Dein Kapital. Und das ist das Wichtigste.

10. Margin und Hebel (Leverage) Trading

Der Handel mit einem Hebel ermöglicht es uns, mit nur einem kleineren Betrag, der als Sicherheit (Marge) hinterlegt wird, eine größere Position zu handeln. Aber es geht nicht nur um Gewinne, auch die Verluste werden vervielfacht.

Gut zu wissen:

Das Ganze kannst Du nutzen, um nach längerer Zeit im Demokonto auch mit kleineren Beträgen anzufangen zu handeln. Achte immer auf den Hebel und befasse Dich auch mit den Produkten, bevor Du sie nutzt.

11. Finanzinstrumente und Märkte

Aktien: Mit dem Kauf einer Aktie wirst Du Miteigentümer des Unternehmens. Es gibt verschiedene Vorteile, die Du daraus hast, wie Dividendenzahlungen bei manchen Unternehmen oder auch Stimmrechte.
ETF: Ein ETF (Exchange Traded Fund) bildet einen Index oder auch Aktien ab. Das Ganze wirst Du kennen als MSCI World, da dieser einer der bekanntesten ist.
Rohstoffe: Oftmals handelst Du die Rohstoffe nicht physisch, sondern über börsengehandelte Wertpapiere oder Termingeschäfte. Rohstoffe haben oftmals eine sehr hohe Volatilität und das macht das Ganze risikoreicher.
Indizes: Ein Index wie der Nasdaq oder auch der DAX fasst verschiedene Basiswerte zusammen. Im DAX sind es zum Beispiel die 40 größten deutschen Unternehmen.
Devisen: Der Devisenmarkt, auch bekannt als Forex, ist anhand des Handelsvolumens der größte Markt. Dabei setzt Du immer auf die Änderung des Werts einer Währung gegenüber einer anderen.
Kryptowährungen: Das ist die „neueste“ Anlageklasse, welche auch durch die starke Volatilität sehr risikoreich ist. Es handelt sich hier um digitale Währungen wie den Bitcoin oder auch Ethereum, um mal zwei zu nennen.
Futures: Futures sind Terminkontrakte, in denen sich ein Käufer und ein Verkäufer darauf einigen, zu einem festen Preis etwas zu kaufen. Diese Form der Derivate dient auch als Absicherung gegenüber Risiken und kann ebenfalls gehebelt werden.

12. CFD Trading

Beim CFD (Contract for Difference) Trading kaufst Du nicht direkt das Asset, sondern nur einen Vertrag darüber, dass Du beim Steigen oder Fallen der Aktie beteiligt bist, ohne dieses Asset wirklich zu besitzen. Das ist vor allem im Trading ein weit verbreitetes Instrument, das viele Händler nutzen und das auch für den Einstieg durch die möglichen kleinen Positionsgrößen attraktiv ist.

Wichtig:

Bei CFDs hast Du ebenfalls einen Hebel und musst eine Marge hinterlegen. Wichtig hier ist, dass der Broker in der EU reguliert ist, um Privatanleger zu schützen (ESMA-Regeln).

13. Gebühren im Trading

Im CFD Trading hast Du auch einige Gebühren, die auf Dich zukommen können. Das Wichtigste allgemein ist es, die Gebühren so klein wie möglich zu halten und auch die Broker sowie die Gebühren zu vergleichen. Hier hast Du einmal eine Übersicht über die gängigsten Gebühren.

FAQ – Trading Begriffe für Anfänger

Brauche ich Grundkenntnisse, um mit dem Trading zu starten?

Ja, gewisse Grundkenntnisse sind wichtig, bevor Du mit echtem Geld tradest. Dazu gehören Begriffe wie Orderarten, Stop Loss, Hebel, Spread, Risiko pro Trade und Positionsgröße.

Welche Assets kann ich im Trading nutzen?

Im Trading können verschiedene Assets gehandelt werden. Dazu gehören zum Beispiel Aktien, Indizes, Währungen, Rohstoffe, Kryptowährungen, ETFs, CFDs oder Futures.

Muss ich auf Trading-Gewinne Steuern zahlen?

Ja, Gewinne aus dem Trading sind steuerpflichtig. In Deutschland werden Kapitalerträge grundsätzlich über die Kapitalertragsteuer bzw. Abgeltungsteuer besteuert.

Welche Kosten können beim Trading entstehen?

Beim Trading können verschiedene Kosten entstehen. Zu den häufigsten Kosten gehören Kommissionen, Spreads, Swaps und mögliche Kontoführungsgebühren.

Sollte ich mit einem Demokonto starten?

Ja, für Anfänger ist ein Demokonto sehr sinnvoll. Dort kannst Du die Handelsplattform kennenlernen, Orderarten testen und erste Strategien ausprobieren, ohne echtes Geld zu riskieren.

Konrad Speckmaier
Konrad Speckmaier
Trading-Experte und Co-Founder von Marathoni
Konrad handelt täglich an der Börse und setzt sich intensiv mit diesem Thema auseinander. Sein Fokus liegt auf dem kurzfristigen Handel, bei dem er eine sehr einfache Strategie verfolgt.
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