Wie funktioniert Daytrading?
Konrad Speckmaier
Aktualisiert: 04.09.2026
Daytrading, auch Intraday-Trading genannt, beschreibt das Kaufen und Verkaufen von Wertpapieren innerhalb eines Tages. Es handelt sich also um einen sehr kurzer Zeithorizont, in dem eine Position eröffnet und wieder geschlossen wird. Das kannst Du in allen Assets umsetzen, wobei häufig Derivate genutzt werden. Was das ist und wie das funktioniert, erkläre ich Dir in diesem Beitrag.
Wie funktioniert Daytrading?
Beim Daytrading versucht man, von kurzen Bewegungen im Chart zu profitieren und dadurch einen Gewinn zu erzielen. Dazu kauft man ein Asset und verkauft es innerhalb von wenigen Minuten bis hin zu einigen Stunden. Zur Analyse des Marktes werden verschiedene Methoden genutzt. Dazu gehören die fundamentale Analyse (Unternehmenskennzahlen wie Gewinn, Umsatz etc. auswerten) und die technische Analyse. Bei dieser werden Kurscharts nach Trends, Formationen oder markanten Zonen durchsucht. Die technische Analyse ist auch die Methode, die ich selbst nutze und täglich einsetze.
Als Daytrader mit Derivaten ist man sehr flexibel und hat die Chance, auf fallende und steigende Kurse zu setzen. Das wird in Fachkreisen auch als Long- und Short-Handel bezeichnet. Oftmals wird das über Produkte wie CFDs oder Futures umgesetzt. CFDs sind Produkte, die sich wie das Asset selbst bewegen und oftmals einen Hebel besitzen. Damit ist eine Preissteigerung der Aktie mit einem CFD nicht mehr nur 1 %, sondern bei einem Hebel von 5 ein 5-%-Anstieg.

Wichtig:
Doch das funktioniert nicht nur in die Gewinnrichtung, sondern auch auf der Verlustseite. Aus diesem Grund solltest Du immer einen Stop-Loss benutzen. Dieser ist für Dich Pflicht. Zusätzlich rate ich Dir auch, kleine Positionsgrößen zu nutzen, um Dein Risiko klein zu halten.
Charttechnik im Daytrading
Die Chartanalyse gehört zu Deinem wichtigsten Handwerkstool, diese solltet Du gut beherrschen, um im Daytrading besser zu werden. Dabei analysierst Du die vorherigen Preisbewegungen und versuchst anhand dieser abzuleiten, in welche Richtung der Kurs als Nächstes laufen könnte. Das Ganze ist immer mit Wahrscheinlichkeiten verbunden. Trends können Dir im Daytrading besonders helfen. Bei diesen bildet der Markt höhere Hochs und Tiefs bei einem Aufwärtstrend und fallende Hochs und Tiefs bei einem Abwärtstrend aus. Die Fortsetzung eines Trends ist immer wahrscheinlicher als der Bruch.

Unbedingt beachten:
Du kannst am Anfang auch Trading-Indikatoren nutzen. Das sind Tools, die Dir Hinweise geben können und Dir somit bei der Analyse helfen können.
Strategie im Daytrading
Bei einer Strategie für das Daytrading legst Du Dir feste Regeln für den Einstieg und den Ausstieg fest. Dadurch kannst Du wiederholbare Trades mit einer besseren Qualität umsetzen. Doch leider ist es nicht so simpel, wie es klingt. Oftmals ist die Psyche dabei leider der Punkt, der uns das schwer macht. Nach einigen Fehltrades kannst Du schnell mal zweifeln, ob die Strategie funktioniert. Hier ist es wichtig, den eigenen Auswertungen zu vertrauen und nicht direkt an der Strategie zu zweifeln.
Zunächst analysiere ich den Trend im Chart. Anschließend warte ich auf einen Rücksetzer im Trend und analysiere die Kerzen, bis sie darauf hindeuten, dass sich der übergeordnete Trend fortsetzt. Oft achte ich dabei auf sogenannte Hammer-Kerzen. Habe ich eine solche Situation identifiziert, überlege ich mir einen Stop-Loss und wähle eine kleine Positionsgröße. Für die Gewinnmitnahme nutze ich gerne die doppelte Entfernung des Stop-Loss.

Unbedingt beachten:
Indikatoren, die Dir beim Trend-Trading helfen können, sind der EMA20 und der EMA50. Das sind gleitende Durchschnitte und diese können helfen, das Ende eines Rücksetzers zu finden.
Der richtige Trading Broker und die Software
Für das Daytrading benötigst Du eine Software, auf der Du das Asset analysieren kannst und eine Plattform, auf der Du es handeln kannst, sprich kaufen und verkaufen. Du kannst beides auch über eine Plattform machen, das kann jedoch manchmal unaufgeräumt wirken. Für das Analysieren nutze ich oftmals TradingView. Um meine Trades umzusetzen, nutze ich je nachdem, bei welchem Broker ich gerade handle, den MetaTrader oder auch die hauseigene Plattform des Brokers.
Bevor Du anfängst zu traden, solltest Du immer mit einem Demokonto starten. Das ist ein fiktives Konto. Dort kannst Du ohne Risiko lernen und viel praktische Erfahrung sammeln. Somit kannst Du das Daytrading testen, viel Erfahrung sammeln und Dein Kapital erleidet keinen Verlust.
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Steuern und Kosten
Daytrading-Gewinne in Deutschland unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 %, dem Solidaritätszuschlag von 5,5 % der Steuer und gegebenenfalls der Kirchensteuer. Die Steuer wird beim Verkauf des Assets fällig, nicht bei der Auszahlung. Um die Steuerlast zu senken, gibt es Freibeträge wie den Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Person. Zu den Kosten beim Daytrading gehören vor allem klassische Ordergebühren (meist 1–4 € pro Kauf und Verkauf) und der Spread, also der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs.
Unbedingt beachten:
Alle Gewinne aus dem Daytrading sind in der Anlage KAP Deiner Steuererklärung anzugeben.
Vorteile im Daytrading
Keine Übernachthaltegebühren
Flexibilität in der Handelszeit
Auf viele Assets anwendbar
Kein Übernachtrisiko durch Kurslücken
Hebel bietet viel Potenzial
Guter Profit möglich
Nachteile im Daytrading
Hohes Verlustrisiko durch den Hebel
Hohe emotionale Belastung und Stress
Kann zeitintensiv sein
Erfordert viel Wissen und Zeit
FAQ – So funktioniert Daytrading
Wie funktioniert Daytrading?
Beim Daytrading versucht man, von kurzfristigen Kursbewegungen zu profitieren. Dafür wird ein Asset gekauft oder verkauft und die Position innerhalb weniger Minuten oder Stunden wieder geschlossen.
Warum nutzen viele Daytrader Derivate?
Viele Daytrader nutzen Derivate wie CFDs oder Futures, weil sie damit flexibel auf steigende und fallende Kurse setzen können. Zusätzlich ermöglichen Derivate häufig den Handel mit Hebel.
Welche Analyse nutzt man im Daytrading?
Im Daytrading werden häufig die technische Analyse und teilweise auch die fundamentale Analyse genutzt. Viele Daytrader konzentrieren sich vor allem auf Charts, Trends, Zonen und Kursbewegungen.
Welche Indikatoren können im Daytrading helfen?
Indikatoren wie der EMA20 und EMA50 können beim Trend-Trading helfen. Sie zeigen Dir mögliche Trendrichtungen und Rücksetzer im Markt.
Welche Software braucht man für Daytrading?
Du brauchst eine Plattform für die Analyse und eine Plattform oder einen Broker für die Ausführung Deiner Trades. TradingView, MetaTrader oder brokerinterne Plattformen können dafür genutzt werden.
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