Daytrading Strategien

autor
Konrad Speckmaier

Aktualisiert: 04.09.2026

Damit Du langfristig im Trading und auch im Daytrading profitabel sein kannst, benötigst Du eine klare Strategie. Diese hilft Dir, Deine Trades wiederholbar umzusetzen und Dich an Deine Regeln zu halten. Es gibt hier unterschiedliche Analysen und Herangehensweisen. Ich nutze die technische Analyse und möchte Dir anhand dieser ein paar Beispiele zeigen.

1. Trendfolge Strategie im Daytrading

Grundsätzlich ist die Wahrscheinlichkeit oft höher, dass der Markt einem intakten Trend folgt, als dass er diesen direkt bricht. Dieses Prinzip gilt grundsätzlich in jeder Zeiteinheit. Dadurch besteht die Möglichkeit, in einem bestehenden Trend einzusteigen und von weiter steigenden Kursen zu profitieren. Dieser Ansatz wird als Trendfolge-Strategie bezeichnet. Denn der Markt befindet sich meistens entweder in einem Aufwärtstrend, einem Abwärtstrend oder einer Range. So kannst Du in einem Trend vorgehen:

1. Trend suchen und markieren:

Ein Trend kristallisiert sich durch steigende Hochs und steigende Tiefs im Aufwärtstrend. Beim Abwärtstrend sind es fallende Hochs und fallende Tiefs.

2. Position berechnen und eröffnen:

Siehst Du einen Aufwärtstrend, dann wartest Du auf Dein Einstiegssignal bzw. mit einem EMA20-/50-Indikator. Bis das der Fall ist, überlegst Du Dir, wie viele Punkte Stop-Loss Du hast und wie groß Deine Position sein darf.

3. Management:

Bist Du im Trade und hast bereits so viel Buchgewinn wie Dein ursprüngliches Risiko, kannst Du Deinen Stop-Loss auf Break-even ziehen. Somit ist der Trade risikofrei.

Vorteile Trendfolgestrategie:

Leicht zu lernen.

Klarer Handelsansatz.

Anfängerfreundlich.

Hohe Trefferquote möglich.

Nachteile Trendfolgestrategie:

Geringe Signaldichte.

Immer Gefahr von Trendumkehr.

2. Momentum Strategie im Daytrading

Im Momentum-Trading geht es darum, von starken Kursbewegungen und der Dynamik zu profitieren und frühzeitig auf diese Bewegung aufzuspringen. Bei dieser Strategie wird davon ausgegangen, dass, wenn die Bewegung gestartet ist, diese auch erst einmal anhält. Das Momentum beschreibt also den Schwung und die starke Kauf- oder Verkaufskraft.

1. Momentum erkennen:

Beim Momentum ist es wichtig, dass Du die Price-Action lesen kannst. Je länger die roten Kerzen beispielsweise sind, desto stärker kann das Momentum sein.

2. Einstieg vorbereiten und Position eröffnen:

Tritt das Momentum auf, eröffnest Du die Position in Richtung des Momentums. Gleichzeitig solltest Du Dich eng mit einem Stop-Loss absichern und diesen im Trade-Management schneller nachziehen.

3. Ausstieg der Position:

Der Ausstieg erfolgt normalerweise, wenn der Schwung in der Position abnimmt. Dafür brauchst Du dann wieder die Price-Action. Ausstieg dann mit Take-Profit oder auch nachgezogenem Stop-Loss.

Vorteile Momentum Strategie:

Schnelle Bewegungen mit viel Gewinn möglich.

Geeignet fürs kurzfristige Trading.

Leicht verständlich.

Enger Stop-Loss möglich.

Nachteile Momentum Strategie:

Hohe Volatilität und Risiko.

Keine genauen Ein- und Ausstiegspunkte.

3. Breakout Strategie im Daytrading

Bei einer Breakout-Strategie wird der Ausbruch des Kurses aus bestimmten Zonen gehandelt. Es kommt immer mal wieder zu Konsolidierungen oder auch Seitwärtsphasen im Markt. Bricht der Markt anschließend aus einer solchen Konsolidierung aus, entsteht oftmals eine neue Bewegung oder sogar ein neuer Trend. Bei einem Breakout ist die Chance dadurch hoch, eine weitere Strecke mitzunehmen.

1. Breakout abwarten:

Wichtig ist es, den Bruch wirklich abzuwarten. Läuft der Kurs dann über die eingezeichnete Schwelle, eröffnest Du die Position in Richtung des Ausbruchs.

2. Einstieg in Momentum-Richtung:

Nach dem Bruch kann eine Long-Position eröffnet werden, wenn die Kerze gutes Momentum aufgebaut hat. Somit ist es wichtig, die Price-Action lesen zu können und ähnlich wie im Momentum rechtzeitig in die Stärke einzusteigen.

3. Positionsmanagement:

Der Stop-Loss gehört in die Nähe des Ausbruchspunkts. Auch hier, hast Du ein 1:1, dann kannst Du den Stop-Loss auf Break-even ziehen. Allerdings kann es sich auch um einen Fehlausbruch handeln. In diesem Fall kommt der Markt wieder zurück.

Vorteile Breakout Strategie:

Hohe Rendite möglich.

Von Seitwärtsphasen profitieren können.

Handel von News möglich.

Für Anfänger und fortgeschrittene Trader.

Nachteile Breakout Strategie:

Fehlausbrüche möglich.

Es braucht Übung und Price-Action-Kenntnis.

4. Range Trading Strategie im Daytrading

Beim Range-Trading wartest Du nicht auf den Breakout, sondern versuchst, den Markt innerhalb von Unterstützungs- und Widerstandszonen zu handeln. Dabei eröffnest Du auf der Unterseite eine Long-Position und auf der Oberseite eine Short-Position. Somit gehst Du hier nicht von einer Fortsetzung der Bewegung aus, sondern davon, dass die Range weiter bestehen bleibt.

1. Zeichne eine klare Range:

Bestimme eine klare Unterstützungs- und Widerstandszone, innerhalb dieser beiden handelst Du.

2. Warten, warten, warten:

Versuche nicht, innerhalb der Range einzusteigen, sondern wirklich nur an den Zonen, die Du eingezeichnet hast.

3. Position eröffnen:

Wenn die Range bestätigt wird und der Markt nicht ausbricht, kannst Du Deine Position eröffnen.

4. Trademanagement:

Den Stop-Loss positionierst Du unter der Zone oder über der Zone, je nachdem, in welche Richtung Du handelst. Den Take-Profit setzt Du auf die gegenüberliegende Zone, manchmal 2–3 Punkte vorher. Wichtig ist aber, dass Du Chance und Risiko im Auge behältst.

Vorteile Range Trading:

Einfach anzuwenden.

Auch in Konsolidierungsphasen traden.

Geringeres Risiko.

Klare Signale und Regeln.

Nachteile Range Trading:

Ausbruch möglich.

Mental anspruchsvoll.

5. Fibonacci Pullback Strategie im Daytrading

Mit dieser Strategie gehst Du davon aus, dass der Markt vor der Fortsetzung in Trendrichtung zunächst einen Rücksetzer macht. Mithilfe der Fibonacci-Retracements kannst Du dann mögliche Einstiege finden. Die Fibonacci-Level zeigen mögliche Korrekturzonen, in die der Markt zurücklaufen und an denen er möglicherweise reagieren kann.

Die wichtigsten Level und interessantesten Level sind die 38,2 %, 50 % und 61,8 %. Wenn es an diesen Marken zu einer Reaktion kommt und der Markt wieder in Trendrichtung, kann das ein Einstiegssignal sein.

1. Trend erkennen und Fibonacci einzeichnen:

Zuerst muss ein Trend im Markt vorhanden sein, welcher noch aktiv ist. Einen Trend erkennst Du an steigenden Hochs und Tiefs oder fallenden Hochs und Tiefs. Über den letzten Impuls der Bewegung zeichnest Du dann das Fibonacci Retracement.

2. Eröffnung der Position:

Reagiert der Kurs dann an einem der Fibonacci-Level, das ist oftmals mit der Price-Action oder auch mit einzelnen Kerzenmustern zu erkennen. Dann kannst Du eine Position eröffnen.

3. Positionsmanagement:

Der Stop-Loss gehört knapp unter Deinen Einstieg, am besten ein paar Punkte unter das Tief. Deinen Take-Profit kannst Du an das Hoch setzen oder diesen auch ganz weglassen, wenn Du von einem starken Trend ausgehst. Ziehe immer Deinen Stopp nach und denke an Teilgewinne.

Vorteile Fibonacci:

Einfach zu erlernen.

Regeln für Ein- und Ausstieg.

Markante Zonen für Trendwende.

Sehr gut in Trendphasen.

Nachteile Fibonacci:

In Seitwärtsphasen nicht zu gebrauchen.

Nicht viele Signale.

6. EMA-Strategie (9/30) im Daytrading

Für diese Strategie nutzt Du den 9er- und den 30er-EMA, um mögliche Einstiegspunkte im Trading zu finden. Hier wird auf die Kreuzung dieser beiden EMAs geachtet und daraus wird ein Signal abgeleitet. Sobald der 9er-EMA den 30er-EMA von unten nach oben kreuzt, entsteht ein Long-Signal. Umgekehrt handelt es sich um ein Short-Signal.

1. Einstiegspunkte suchen:

Dein Einstiegssignal ist die Kreuzung von den beiden EMAs. Auf diese wartest Du auch und konzentrierst Dich auf das Signal.

2. Einstieg in die Position:

Wenn Du eine Kreuzung entdeckst, dann steige nicht sofort ein, sondern warte auf einen Rücksetzer, dieser kommt oftmals im kurzfristigen Handeln vor, bevor ein Trend oder eine stärkere Bewegung beginnt.

3. Positionsmanagement:

Deinen Stop-Loss platzierst Du bei einem Long-Trade unter die letzten Tiefs bzw. Deine Signalkerze. Bei einem Short-Trade platzierst Du ihn darüber. Deinen Take-Profit legst Du an das Hoch oder auch das Tief der vorherigen Bewegung, je nachdem, in welche Richtung Du handelst.

Vorteile 9/30 Strategie:

Weniger Fehlsignale durch Rücksetzer.

Kontrolliertes Risiko.

Klare Regeln.

Gute Einstiege in Trend möglich.

Nachteile 9/30 Strategie:

Trendbruch kann passieren.

Funktioniert nicht in Seitwärtsphasen.

Gibt verzögerte Signale.

7. Contrarian Strategie im Daytrading

Beim Contrarian-Trading versuchen wir, gegen den bestehenden Trend zu handeln. Um das zu handeln, benutze ich oftmals gerne eine Trendlinie. Wird diese nach unten gebrochen, kann das als Signal genutzt werden. Jedoch was der Markt auch oft macht, ist, diese Trendlinie erneut anzulaufen und bei einer erneuten Abweisung ist das eine Bestätigung, die für einen möglichen Einstieg genutzt werden kann. Deshalb spielt auch hier die Price-Action eine große Rolle.

1. Trend erkennen und Trendlinie anlegen:

In einem Aufwärtstrend wird die Trendlinie an die Tiefs angelegt, während sie bei einem Abwärtstrend an die Hochs gelegt wird.

2. Einstieg bei Trendbruch:

Ist die Trendlinie gebrochen, dann kann das als Einstiegssignal genutzt werden. Ein Retest der Trendlinie kann, muss aber nicht abgewartet werden.

3. Positionsmanagement:

Wird der Retest abgewartet, dann wird der Stop-Loss unter oder über die Kerzen an der Trendlinie gelegt. Den Take-Profit kannst Du an markante Marken im Chart legen oder klassisch nach einem 2:1.

Vorteile Contrarian-Trading

Unabhängig von einem Trend.

Trends können erwischt werden.

Oftmals hohes Gewinnpotenzial.

Klare Muster.

Nachteile Contrarian-Trading:

Trend kann sich fortsetzen.

Timing ist schwer.

FAQ – Daytrading Strategien

Was ist eine Daytrading-Strategie?

Eine Daytrading-Strategie ist ein fester Handelsansatz, nach dem Du Deine Trades planst, eröffnest und verwaltest. Sie hilft Dir dabei, wiederholbar zu handeln und Deine Regeln einzuhalten.

Welche Daytrading-Strategien gibt es?

Zu den bekannten Daytrading-Strategien gehören Trendfolge-Strategien, Momentum-Strategien, Breakout-Strategien, Range-Trading, Fibonacci-Pullbacks, EMA-Strategien und Contrarian-Trading.

Welche Strategie ist für Anfänger geeignet?

Für Anfänger sind einfache Strategien oft besser geeignet, zum Beispiel Trendfolge, Pullbacks an gleitenden Durchschnitten oder Range-Trading. Wichtig ist, dass die Regeln klar und leicht umsetzbar sind.

Sollte man mehrere Strategien gleichzeitig handeln?

Am Anfang ist es besser, sich auf eine Strategie zu konzentrieren. Dadurch lernst Du den Ansatz besser kennen und kannst Deine Fehler sauberer auswerten.

Muss man jede Strategie im Demokonto testen?

Ja, jede Strategie sollte zuerst im Demokonto oder per Backtest getestet werden. So erkennst Du, ob sie zu Dir passt und ob sie langfristig funktionieren kann.

Konrad Speckmaier
Konrad Speckmaier
Trading-Experte und Co-Founder von Marathoni
Konrad handelt täglich an der Börse und setzt sich intensiv mit diesem Thema auseinander. Sein Fokus liegt auf dem kurzfristigen Handel, bei dem er eine sehr einfache Strategie verfolgt.
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