Daytrading für Anfänger

autor
Konrad Speckmaier

Aktualisiert: 04.09.2026

Als ich angefangen habe, war ich für jeden Tipp dankbar, der mir geholfen hat, schneller Fortschritte zu machen. Zwei extrem wichtige Learnings für mich waren, dass Daytrading viel Zeit braucht und es nichts bringt, etwas zu überstürzen. Die zweite Erkenntnis war, dass die Praxis viel wichtiger ist als die reine Theorie. Ich will Dir hier einmal ein paar Punkte mitgeben, von denen ich denke, die könnten Dir helfen.

Das Demokonto

Wie oben schon beschrieben, ist die Praxis im Daytrading das, was Dich wirklich voranbringt. Du solltest jedoch nicht mit Deinem Geld anfangen zu handeln, sondern mit einem Demokonto. Damit kannst Du risikofrei üben. Außerdem lernst Du den Markt kennen und vor allem Dich selbst und Deine Psyche. Das ist im Trading einer der wichtigsten Punkte und macht meiner Meinung nach fast 90 % aus.

Diese ganzen Erfahrungen solltest Du in dem Demokonto sammeln. Dieses bekommst Du eigentlich bei jedem Broker kostenlos. Hier handelst Du mit virtuellem Geld.

Wichtig:

Beginne im Daytrading nicht direkt mit Deinem eigenen Geld! Du wirst am Anfang Geld verlieren und das sogar nicht wenig. Aus diesem Grund solltest Du Dir das sparen und im Daytrading zuerst mit einem Demokonto starten.

Du brauchst eine Strategie im Daytrading

Startest Du ohne eine Strategie, wirst Du auf dem Markt langfristig kaum erfolgreich sein. Du benötigst ein reproduzierbares System, mit dem Du nachhaltig mehr Gewinne als Verluste erwirtschaften kannst und auch mit Drawdown-Phasen umgehen kannst. Das Ganze kannst Du auch mit einer maximalen Positionsgröße von 1 % beeinflussen. Somit riskierst Du nicht zu viel des Kontos in einem Trade.

Am Anfang sollte der Fokus darauf liegen, konstante und wiederholbare Ergebnisse am Markt zu erzielen und das Depot langfristig wachsen zu lassen. Um das zu erreichen, benötigst Du eine Strategie, die zu Dir passt.

Trendfolge: Bei der Trendfolge gehst Du mit dem Markt mit, wenn er sich deutlich in eine Richtung bewegt. In Seitwärtsphasen hingegen unterlässt Du den Handel.
Range Trading: Hierbei handelst Du, wenn sich der Markt innerhalb eines Kanals bewegt, sei es seitlich, aufwärts oder abwärts.
Reversal Trading: Beim Reversal Trading spekulierst Du auf eine Trendumkehr. Oftmals werden hierfür Chartmuster und Indikatoren verwendet.

Der richtige Broker

Der Broker stellt Dir die Software zur Verfügung, mit der Du Deine Assets kaufst und verkaufst. Es gibt sehr viele Broker und aus dem Grund ist es wichtig, auf einige Sachen zu achten.

Der erste Punkt ist, dass ein guter Broker an den Ordergebühren verdient und nicht am Verlust Deiner Trades. Suche nach sogenannten „A-Book-Brokern“.

Zweitens, die meisten Broker sind auf eine Assetklasse spezialisiert und bieten in dieser dann sehr geringe Spreads an. Ich nutze hierfür sehr oft VS-Markets. Dieser ist zum Beispiel gut für das Handeln im DAX, jedoch nicht so gut für das Handeln im Krypto-Bereich aufgrund der Spreads. Schließlich sollte der Broker über eine Vielzahl von Lizenzen und Regulierungen verfügen, wie beispielsweise von der deutschen BaFin.

Vorschau: VS-Markets Plattform & Kontoübersicht

  • VS Markets Kundenbereich Ueberblick

Disziplin als das A und O im Daytrading

Eines der größten und in meinen Augen schwierigsten Themen für Daytrading-Anfänger sind die eigenen Emotionen und deren Kontrolle. Ich hatte Tage oder auch mal 2 Wochen am Stück, an denen ich keinen Tag im Verlust beendet hatte und dann dachte ich natürlich, ich könnte es und kassiere richtig ab. Der nächste Tag hat mich dann eines Besseren belehrt und ich habe die Gewinne der letzten zwei Wochen wieder abgegeben. Und das nur, weil ich einfach zu selbstbewusst war und zu viel riskiert habe.

Ein weiteres Beispiel sind sogenannte Revenge Trades, die auch Rache-Trades genannt werden. Hier ist es so, nach einem Verlust versucht man sofort, diesen wieder reinzuholen. Das kann ich Dir sagen, klappt auf Dauer nie. Verluste gehören zum Trading dazu und müssen akzeptiert werden. Aber das sind Beispiele für Emotionen, die Dich im Daytrading erwarten.

Wichtig:

Merkst Du gerade, dass Du emotional gereizt bist oder einige Verluste hintereinander hattest, dann gehe weg vom Desk, mache eine Pause und schaue später oder erst am nächsten Tag wieder auf den Markt.

Die Praxis im Daytrading dominiert das Lernen

Die Theorie macht hier grob 20 bis maximal 25 % aus. Du kannst Dir noch so viele Videos über Strategien und den Markt anschauen, wenn Du diese jedoch nie anwendest und in einem Demokonto übst, wirst Du nie einen Fortschritt machen. Versteh mich nicht falsch, Du sollst mit der Theorie anfangen, diese ist das Fundament, versuche jedoch, das Ganze so schnell es geht anzuwenden. Denn erst bei der Anwendung bekommst Du ein Gefühl für den Markt und das, was Du machst. Wie beim Autofahren, nur durch Videos wirst Du kein guter Autofahrer, das kommt mit der Übung.

Doch wenn ich von Übung spreche, meine ich nicht nur, dass Du Trades eröffnest und schließt. Es geht auch darum, wie Du Dich bei den Trades fühlst, Deine emotionale Lage kennenzulernen und das zu kontrollieren. Das heißt auch, eine längere Zeit mal vor dem Rechner sitzen und nichts machen, gehört zum Traden dazu.

Wichtig:

Der Trade an sich nimmt im Daytrading die wenigste Zeit ein. Die meiste Zeit besteht aus Analysieren und dem Warten auf das Setup.

Bleibe beim Daytrading stets geduldig

Daytrading zu lernen, passiert nicht von heute auf morgen. Du benötigst dafür wirklich Disziplin, Durchhaltevermögen und auch die Motivation, Dinge zu verändern. Wenn Du also bis nächstes Jahr nicht reich bist, keine Sorge, das geht allen so. Wichtig ist, dass Du für Dich eine Strategie gefunden hast, die funktioniert und wenn Du das lange genug umsetzt und dabei bleibst, kannst Du zu den erfolgreichen Tradern gehören. Eine Abkürzung gibt es hier leider nicht, den Weg müssen alle gehen.

Daytrading ist und bleibt sehr harte Arbeit, vor allem was Deine Psyche und die Emotionen betrifft. Du musst lernen, mit dem emotionalen Druck umzugehen. Je nachdem, wie viel Zeit Du investierst und wie leicht oder schwer Dir die Umsetzung fällt, benötigst Du häufig etwa 2–3 Jahre. Dann bist Du bereits deutlich fortgeschrittener. Das sollte Dir bewusst sein.

FAQ – Daytrading als Anfänger

Was ist Daytrading für Anfänger?

Daytrading bedeutet, dass Trades innerhalb eines Tages eröffnet und wieder geschlossen werden. Für Anfänger ist es wichtig, zuerst die Grundlagen, den Markt und die eigene Psyche kennenzulernen.

Braucht man im Daytrading eine Strategie?

Ja, ohne Strategie handelst Du schnell emotional oder zufällig. Eine Strategie hilft Dir, Deine Trades wiederholbar umzusetzen und Dich an klare Regeln zu halten.

Worauf sollte man bei einem Broker achten?

Achte auf faire Gebühren, niedrige Spreads, eine stabile Plattform, passende Märkte und eine seriöse Regulierung, zum Beispiel durch bekannte Aufsichtsbehörden.

Ist Theorie oder Praxis wichtiger im Daytrading?

Beides ist wichtig, aber die Praxis dominiert. Theorie gibt Dir das Fundament, doch echte Fortschritte machst Du erst durch Übung, Auswertung und Erfahrung.

Konrad Speckmaier
Konrad Speckmaier
Trading-Experte und Co-Founder von Marathoni
Konrad handelt täglich an der Börse und setzt sich intensiv mit diesem Thema auseinander. Sein Fokus liegt auf dem kurzfristigen Handel, bei dem er eine sehr einfache Strategie verfolgt.
Mehr über den Autor